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Grevenbroich: Holzhändler entdecken im Stadtwald ihre kreative Ader

Skulpturen im Grevenbroicher Stadtwald : Holzfäller entdecken ihre kreative Ader

Im Stadtwald sind immer wieder kleine Skulpturen zu sehen, die mit der Motorsäge geschaffen werden. Sie stammen vermutlich von privaten Holzfällern und sind bei Spaziergängern gern gesehen.

Entlang der Erft, ganz in der Nähe des „Waldtempels“, haben Holzhacker ihre kreative Handschrift hinterlassen. Aus den Stümpfen abrasierter Bäume haben sie mit der Motorsäge kleine Skulpturen geschaffen. Mal einen Schneemann, mal einen Tannenbaum, mal einen Pilz. Das freut Spaziergänger, wovon etliche Fotos zeugen, die in den sozialen Medien veröffentlicht wurden.

Wer da genau seiner künstlerischen Ader freien Lauf gelassen hat, weiß der Stadtförster nicht. „Das stammt aber auf jeden Fall aus der Riege unserer privaten Holzsammler“, sagt Frank Wadenpohl. Rund 60 bis 70 Grevenbroicher sind im Jahresverlauf mit kommunaler Erlaubnis im Stadtwald unterwegs, um dort ihr Brennholz zu schlagen. Und weil das ein Freizeitvergnügen ist, bleibt auch Zeit für die eine oder andere kreative Arbeit.

 Der spitz laufende Tannenbaum passt gut zur Jahreszeit.
Der spitz laufende Tannenbaum passt gut zur Jahreszeit. Foto: Wiljo Piel

„Solche Skulpturen haben wir schon oft im Wald entdeckt. So sind etwa zur Osterzeit mehrere Hasen aufgetaucht“, schildert der Stadtförster. Auch ganze Buchstabenreihen waren schon im Bend zu sehen.

Die Holzsammler, die im Stadtwald unterwegs sind, sind alle im Besitz eines Motorsägen-Führerscheins, den sie meist bei Lehrgängen gemacht haben, die auf dem Gelände des Forstbauhofes angeboten werden. Die privaten Hacker sind vor allem dort unterwegs, wo abgestorbene Bäume – sogenannte Totbestände – abgeholzt werden müssen. „Wir brauchen diese Flächen, um stabile Baumarten pflanzen zu können“, sagt Frank Wadenpohl. „Insofern nehmen uns diese Leute auch eine Menge Arbeit ab.“

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Außerhalb von Corona wird das private Brennholzfällen zum Teil auch zünftig begangen. „Da sind oft fünf, sechs Männer zusammen, die nicht nur technisch gut ausgerüstet sind“, berichtet Wadenpohl. „Sie haben auch Henkelmänner und Tee dabei – und verbringen ihre Pausen wie die richtigen Holzfäller.“