Kirche in Grevenbroich Historisches Pfarrhaus in Neurath nach umfassender Sanierung wiedereröffnet

Neurath · Nach einer umfassenden Sanierung ist das 1762 gebaute Neurather Pfarrhaus nun eingeweiht worden. Das historische Gebäude soll auch als Versammlungsstätte eingesetzt werden – weil es im Dorf keine Gaststätte mehr gibt.

Der Kirchenvorstand von St. Lambertus vor dem historischen Pfarrhaus, das umfassend saniert wurde. Vor drei Jahren hatten die Planungen begonnen.

Der Kirchenvorstand von St. Lambertus vor dem historischen Pfarrhaus, das umfassend saniert wurde. Vor drei Jahren hatten die Planungen begonnen.

Foto: Sebastian Draxl

Begeistert führt Kirchenvorstand Willibert Müller eine Gruppe von Gemeindemitgliedern durch das umgebaute Neurather Pfarrhaus. Nach einer zweieinhalbjährigen Planungs- und einer halbjährigen Umbauzeit wurde das von Grund auf sanierte Objekt jetzt der Gemeinde vorgestellt und feierlich eingesegnet. Künftig hat das im Jahr 1762 errichtete Gebäude im Schatten der St.-Lambertus-Kirche drei Aufgaben: es dient mit seiner großen Wohnung im ersten Obergeschoss als Domizil für Pater Roji Mathew und im Untergeschoss als Pfarrbüro und Veranstaltungssaal.

Nach der morgendlichen Messe wurde das Pfarrhaus durch den leitenden Pfarrer Meik-Peter Schirpenbach eingesegnet und gleichzeitig gelobt: „Das Neurather Pfarrhaus ist eines der ältesten und schönsten Gebäude in der Stadt“, sagt Schirpenbach. Damit das auch künftig so bleibt, nahm der Kirchenvorstand in diesem Jahr viel Geld in die Hand. Wie viel genau, das will das Team rund um den Vorsitzenden Paul Josef Hochhausen nicht verraten. Allerdings sei man deutlich im kalkulierten Kostenrahmen geblieben, versichern Architektin Jutta Quasten-Mundt und Bauleiter Jörn Blankertz.

Dies gelang dem Team trotz einiger unerwarteter Dinge, die in den vergangenen Monaten zutage kamen. So wurde etwa beim Umbau des Dachs festgestellt, dass die Giebelwand nicht befestigt war. „Das war eine Überraschung, aber die plant man bei so einem alten Objekt mit ein“, erklärt Architektin Jutta Quasten-Mundt, die beim Umbau streng mit der Denkmalschutzbehörde zusammenarbeiten musste.

Rund 100 Quadratmeter stehen Pater Roji Mathew seit dem Abschluss der Arbeiten als Wohnung zur Verfügung. Weitere rund 100 Quadratmeter im Untergeschoss werden als Pfarrbüro und Veranstaltungssaal genutzt. Besonders stolz sind die Mitglieder des Kirchenvorstandes auf die neue und üppig ausgestattete Küche. In Zukunft soll der Saal auch für kleine Feierlichkeiten oder Versammlungen vermietet werden. „Im Dorf sind nach dem Wegfall aller Gaststätten solche Räumlichkeiten rar. Hier schließen wir eine Lücke und bringen hoffentlich das Leben zurück in den Ort“, sagt Georg Breuer vom Kirchenvorstand.

Was noch fehlt: Der Schriftzug über dem Eingang, der das Baujahr des Hauses zeigt, soll noch erneuert werden. Ein Angebot gibt es bereits. Ob der große angrenzende Pfarrgarten im nächsten Jahr wieder Schauplatz eines Pfarrfestes wird, ist indes noch ungeklärt. „Wir werden das im Team besprechen und uns auch Hilfe bei weiteren Institutionen im Ort holen müssen“, erklärt Willibert Müller, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands.