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Grevenbroich: Heiligabend bei der Herde

Schafhirte in Grevenbroich : Auch an Heiligabend bei der Schafherde

Vor 2000 Jahren waren Hirten die ersten Menschen, die von der Geburt von Jesus erfuhren. Auch heute sind Schäfer wie Hans Lupp Weihnachten bei der Herde. Seit neun Generationen übt seine Familie diesen Beruf aus.

Für Hans Lupp ist klar, was er an Heiligabend macht. „Ich bin bei den Schafen – wie jedes Jahr“ – genau wie die Hirten auf dem Feld vor rund 2000 Jahren, denen nach der Geburt Christi die Engel erschienen. Auch zwei Jahrtausende später sind die Hirten jeden Tag bei ihrer Herde, achten auf ihre Schäfchen, auch an den Weihnachtstagen: „Die Schafe lammen zurzeit“, sagt Lupp.

 Nicht alle Schafe sind draußen bei ihrer Herde. Zum Lammen beispielsweise geht es in den Stall. Nach einigen Wochen geht es wieder auf die Weide.
Nicht alle Schafe sind draußen bei ihrer Herde. Zum Lammen beispielsweise geht es in den Stall. Nach einigen Wochen geht es wieder auf die Weide. Foto: Georg Salzburg(salz)

Der 71-Jährige entstammt einer Hirten-Dynastie. Sein Sohn Werner ist Hirte in der neunten Generation. Hans Lupp selbst hütet seit dem 14. Lebensjahr Schafe. Er spricht von einer „Schaf-Sucht“ des Hirten. „Der Umgang mit lebenden Tieren ist schön, es ist eine Leidenschaft“, sagt der Gindorfer, den Blick immer auf die Herde vor ihm gerichtet.

 Hütehund Bonnie ist hoch konzentriert bei der Arbeit.
Hütehund Bonnie ist hoch konzentriert bei der Arbeit. Foto: Georg Salzburg(salz)

Rund 400 Mutterschafe stehen auf der großen Wiese des Segelflugplatz-Areals auf der Gustorfer Höhe. Dazwischen tummeln sich etliche Lämmer, manche sind erst wenige Wochen alt. „Wenn ein Mutterschaf lammt, bringen wir es in den Stall“, erzählt er. Erst nach einiger Zeit gehe es wieder auf die Weide.

 Schäfer Hans Lupp mit einem zwei Tage vorher geborenen Lamm. Seit seinem 14. Lebensjahr hütet der Gindorfer Schafe.
Schäfer Hans Lupp mit einem zwei Tage vorher geborenen Lamm. Seit seinem 14. Lebensjahr hütet der Gindorfer Schafe. Foto: Georg Salzburg(salz)
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Als Komfort beim Hüten gönnt sich der 71-Jährige einen Dreibein-Schemel mit Sattelsitz, und auch bei der Arbeitszeit hat er abgespeckt. „Mein Sohn ist bereits um sechs Uhr draußen.“ Einen Großteil der Arbeit übernehmen „meine tollen Mitarbeiter“. Die Hütehunde Senta und Bonnie laufen am Rande der Herde rastlos und hoch konzentriert auf und ab, um die Herde zusammenzuhalten. Ab und an ruft Hans Lupp seinen Hunden einen Befehl zu. Und er achtet darauf, dass „die Schafe die Köpfe unten haben und fressen“. Mehrere Herden – Bentheimer Landschafe und Moorschnucken - hält die Familie Lupp, Sohn Werner hat drei Mitarbeiter. Fleisch und Wolle liefern die Schafe, darüber hinaus sind sie im Landschaftsschutz aktiv. Die Herden sind beispielsweise Richtung Niederlande im Elmpter Schwalmbruch und bei Brüggen-Bracht unterwegs. Die Schafe halten beim Fressen die Heide kurz, verhindern, dass sich beispielsweise Bäume auf den Flächen ausbreiten können. Anfang nächsten Jahres geht es mit einer Herde wieder ins Bergische Land, „über die Rheinbrücke bei Leverkusen, auf dem Radfahrweg“, berichtet Hans Lupp. Später werden die Tiere nach Porz auf neue Weidegründe gebracht.

Ein Leben mit Schafen – sogar im Urlaub von Hans Lupp spielen die Tiere eine Rolle. „Mit dem Wohnmobil fahr ich dann dorthin, wo Schafe gehütet werden, beispielsweise war ich als Zuschauer beim Bundesleistungshüten auf der Schwäbischen Alb“, erzählt der Schäfer.