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Grevenbroich:Hallenbad soll zurück in städtische Hand

Noch fünf Jahre Schwimmen in Neukirchen : Hallenbad soll zurück in städtische Hand

Bürgermeister Klaus Krützen will das Neukirchener Bad weitere fünf Jahre bezuschussen. Ab 2023 soll es wieder an das Eigentum der Stadt übergehen. Die CDU hat einen Vorschlag, wie das Gebäude künftig genutzt werden könnte.

Das Neukirchener Hallenbad soll bis 2023 weiterhin mit einem städtischen Betriebskosten-Zuschuss von jährlich 60.000 Euro unterstützt werden. Über diesen Vorschlag von Bürgermeister Klaus Krützen wird am Donnerstag der Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss beraten. Unterstützung findet der Verwaltungschef in den Reihen der CDU. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser ist für einen Erhalt des Bades in den nächsten fünf Jahren. Und er hat eine Idee, wie das Gebäude nach Ablauf dieser Frist genutzt werden könnte.

Vor zwei Jahrzehnten hat die Stadt das Bad inklusive des Grundstücks zu einem symbolischen Betrag von einer Mark an den TV Jahn Kapellen übergeben. Ende 2023 soll das Ensemble nach den Plänen des Bürgermeisters wieder zurück in städtische Hände gehen – zu einem Preis von einem Euro. Zu diesem Zeitpunkt soll der Badbetrieb in Neukirchen enden. Krützen will sich nun vom Ausschuss grünes Licht für einen notariellen Vertrag holen, der mit dem TV Jahn abgeschlossen werden soll. Darin sollen alle Details zu Weiterbetrieb, Zuschüssen und Rückübereignung geregelt werden.

„Dass das Bad erst einmal mit einem städtischen Zuschuss weiter betrieben werden soll, ist in unserem Sinne“, skizziert Wolfgang Kaiser die Position der CDU. „Denn es gibt einen großen Bedarf – die Nachfrage nach Schwimmkursen steigt, zudem hat das neue Schlossbad massive Probleme mit dem Belegungsplan für das Vereinsschwimmen.“ Dass ein Vertrag mit dem TV Jahn abgeschlossen werden soll, sei enorm wichtig. „Dann haben wir das Heft in der Hand, auch für den Fall, dass der Verein aus technischen oder anderen Gründen den Badbetrieb vorzeitig beenden muss“, sagt Kaiser. Die Rückübertragung von Gebäude und Grundstück sei erforderlich, um die Neukirchener Sportanlage zu sichern, um unerwünschte Nutzungen dort zu verhindern.

„Den Preis, den wir dafür zahlen, ist übersichtlich: Fünf Zuschüsse von 60.000 Euro, also insgesamt 300.000 Euro“, meint der Fraktionsvorsitzende. Über eine künftige Nutzung des Gebäudes gibt es zwar noch keine konkreten Vorstellungen, aber ein „Gedankenmodell“ der CDU. „Es zeichnet sich ab, dass wir in Neukirchen in den kommenden Jahren ein Problem mit der Offenen Ganztagsgrundschule (Ogata) bekommen werden“, sagt Kaiser mit Blick auf geplante Neubaugebiete. Die Jakobus-Schule im Ort habe keine Erweiterungsmöglichkeiten, da sich auf dem Gelände zwei Turnhallen befinden, die auch von Vereinen genutzt werden.

„Die kleinere und ältere Halle könnte abgerissen werden, damit würde Platz für ein neues Ganztagsgebäude entstehen“, überlegt Kaiser. Um auch dem Vereinssport Rechnung zu tragen, könnte das heutige Bad zu einer Turnhalle umgebaut werden. „Das ist nur ein Vorschlag“, sagt der CDU-Chef. „Wir haben Zeit, uns darüber Gedanken zu machen.“ Eines sei aber sicher: „Wenn wir neue Wohngebiete ausweisen wollen, müssen wir Vorsorge treffen.“

Ursprünglich sollten die Zuschüsse für das Neukirchener Hallenbad nach der Eröffnung des Schlossbades eingestellt werden. Gegen einen Weiterbetrieb in den nächsten fünf Jahren haben sich bereits UWG, Grüne und Mein Grevenbroich ausgesprochen.