Grevenbroich: Gustorfer Jägercorps feiert 150-jähriges Bestehen

Gründungsdatum wurde mündlich überliefert : Gustorfer Jägercorps feiert sein 150-Jahr-Jubiläum

Eine Ausstellung erinnert an die lange Geschichte der „Grünröcke“. Das Gründungsdatum des Corps wurde mündlich überliefert. Vieles aus den Anfangsjahren ist unwiderruflich verloren gegangen.

Die Jubiläumsparty war bereits im April, und zwar in Kombination mit dem Jägerkönigsschießen, das Simon Stein für sich entschied. Am Freitag wurde in der Filiale der Volksbank Erft nun die Jubiläums-Ausstellung „150 Jahre Jägercorps Gustorf 1868“ eröffnet. Zu den Gästen gehörten unter anderem Bürgermeister Klaus Krützen und Schützenkönig Peter Baust im feuerroten Rock der Vorreiter.

Die Jäger des Bürgerschützenvereins Gustorf eröffneten am Freitag eine Ausstellung, die an das 150-jährige Corpsbestehen erinnert. Foto: Valeska von Dolega

Der Archivar des Bürgerschützenvereins (BSV), Heinz-Willi Herwagen, gehört dem Jägercorps an; ihm ist die Fotoausstellung, die noch bis zum 28. September zu sehen ist, zu verdanken. Was Jägermajor Hermann Franzen in seiner Begrüßungsrede beklagte: „Leider hatten es unsere Vorfahren nicht so mit der Dokumentation.“ Herwagen drückte es so aus: „Aus den Anfangsjahren ist sehr viel unwiderruflich verloren gegangen.“ Dass das Jägercorps im Jahre 1868 gegründet wurde, weiß man aus mündlichen Überlieferungen, eine Gründungsurkunde oder Ähnliches gibt es nicht.

Der BSV hat rund 650 Schützen, etwa 400 von ihnen sind Jäger. Hans Voigt, Präsident und selber Jäger, ist zufrieden mit dem Zustand des Jägercorps im Jubiläumsjahr. Er hat Corps- und Schützenvereinsgeschichte geschrieben als der erste Vereinspräsident, der während seiner Amtszeit auch Schützenkönig war. Beim Fackelzug in zwei Wochen wird es nur vier Großfackeln geben – und alle werden von Jägerzügen gebaut. Seit dem ersten Nachkriegsschützenfest im Jahr 1948 ist der Schützenkönig 44 Mal aus den Reihen des Jubiläumscorps gekommen, aber ausgerechnet im Jubiläumsjahr regiert mit Peter Baust ein „Roter“, ein Vorreiter. Bürgermeister Klaus Krützen (SPD) wird diese Farbe gefallen haben – ihm gefällt aber auch, dass die Traditionspflege in Gustorf großgeschrieben wird.. „Rückschau halten, das ehren, was unsere Vorfahren aufgebaut und uns mit auf den Weg gegeben haben, ist wichtig“, sagte Krützen. In der Ausstellung stecke sehr viel Arbeit und Herzblut, lobte der Bürgermeister. Neben Fotos – das älteste stammt von 1873 – ist unter anderem auch eine Schaufensterpuppe zu sehen, die mit der Uniform bekleidet ist, die der in diesem Jahr im Alter von 84 Jahren verstorbene Jägermajor Gerd Richter trug.

Jägerhauptmann Marcel Krawinkel kann damit leben, dass im Jubiläumsjahr der König kein „Grüner“ ist. Der informativen Ausstellung ist aber zu entnehmen, dass bis jetzt in allen Jubeljahren des Bürgerschützenvereins Gustorf der König aus den Reihen des Jägercorps stammte. Der älteste noch lebende Schützenregent, der den „Grünröcken“ angehört, heißt Willi Lambertz, er ist 87 Jahre alt und lebt in Niederaußem.

Die Ausstellung „150 Jahre Jägercorps Gustorf 1868“ kann zu den Öffnungszeiten der Volksbank Erft besucht werden.

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