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Grevenbroich: Gruissemer fordern schnelles Internet

Warten auf die Deutsche Glasfaser : Kleines Dorf fordert schnelles Internet

Schon seit über zwei Jahren bemühen sich die Gruissemer bei der Deutschen Glasfaser um schnelles Internet. Obwohl die erforderliche Nachfrage-Quote im Dorf mehr als erfüllt wurde, hat das Unternehmen noch nicht reagiert.

Was die Internet-Geschwindigkeit im Dorf betrifft, findet René Michels nur ein Wort: „Katastrophal“. Und es gibt wohl kaum jemanden in Gruissem, der ihm da widersprechen möchte. Mit etwas Glück seien maximal sechs Megabit pro Sekunde (Mbit/s) drin – „aber das ist schon das allerhöchste der Gefühle“, berichtet der 39-Jährige. An Wochenenden seien um drei Mbit/s fast schon normal. Kein Wunder, dass die Gruissemer mit etwas Neid auf die anderen Orte in Grevenbroich blicken, in denen mit 100 Mbit/s und schneller durchs Netz gesurft werden kann.

Was die Bewohner des Dorfs gerne hätten: einen Anschluss der Deutschen Glasfaser, wie er in den Nachbarorten bereits realisiert wurde. Darum haben sich die Gruissemer bereits vor mehr als zwei Jahren in Eigeninitiative bemüht – und die erforderliche Nachfrage-Quote von 40 Prozent locker getoppt. „Wir sind auf 61 Prozent gekommen“, schildert Michels. Die unterzeichneten Aufträge wurden seinerzeit einem Vertreter der Deutschen Glasfaser überreicht – und seitdem müssen sich die Gruissemer in Geduld üben. „Danach ist nicht viel passiert“, berichtet Anlieger Stefan Ratzmer (49) enttäuscht.

Zwar hat René Michels immer wieder den Kontakt zu dem Unternehmen gesucht, doch bislang keine konkreten Antworten erhalten, geschweige denn etwas erreichen können. „Dabei ist die Lage unseres Dorfs doch hervorragend“, meint er. Der in der Nachbarschaft liegende Ort Münchrath sei mit Glasfaser versorgt, von dort aus führe ein Leerrohr des Versorgers GWG bis in die Gruissemer Ortsmitte – „darüber wäre es recht leicht, einen Anschluss herzustellen“.

Bevor in diesem Sommer die Hauptwasserleitung im Ort erneuert wurde, hatte Michels die Deutsche Glasfaser angeschrieben und darauf hingewiesen, dass die Straße geöffnet werde – das sei eine gute Möglichkeit, um Leerrohre für schnelles Internet zu verlegen. „Es wurde mir zugesagt, dass Synergien in dieser Sache geprüft werden sollen“, berichtet der 39-Jährige. Danach habe er allerdings nichts mehr gehört – und mittlerweile ist die Straße wieder asphaltiert.

„Die Internet-Versorgung im Dorf ist grottenschlecht“, beklagt auch Anwohnerin Nicole Killinger (49). Was sie ärgert: Auf der Homepage der Deutschen Glasfaser ist Gruissem unter dem Link „Verfügbarkeit“ anwählbar. „Wir gelten offenbar als versorgtes Gebiet“, mutmaßt René Michels. „Wahrscheinlich meldet sich deshalb auch kein anderer Anbieter bei uns – zum Beispiel die Telekom.“ Den Gruissemern sei es mittlerweile egal, wer sie mit schnellem Internet beliefert – „Hauptsache es macht jemand“.

Wie lange die Dorfbewohner noch warten müssen, ist unklar. „Die Deutsche Glasfaser befindet sich zurzeit in Abstimmungsgesprächen mit GWG“, sagt Carina Lucas von der städtischen Wirtschaftsförderung auf Anfrage unserer Redaktion. „Ich hoffe, dass dabei ein guter Weg für die geplante Glasfaserversorgung von Gruissem gefunden wird.“ Vom Unternehmen Deutsche Glasfaser selbst war gestern keine Auskunft zum Stand der Dinge zu erhalten.