Grevenbroich: Grüne fordern Task-Force für Strukturwandel

Stadtverband Grevenbroich entwickelt Vorschläge für das Revier : Grüne fordern Task Force für den Strukturwandel

Stadtverband entwickelt Vorschläge für das Revier.

Die Grevenbroicher Grünen sind für einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle und für einen beschleunigten, gut geplanten Strukturwandel. Sichere Arbeitsplätze und ein Umstieg auf erneuerbare Energien seien kein Widerspruch, sagt Sprecher Peter Gehrmann. Die durch die Schließung von Tagebaue und Kraftwerke frei werdenden Flächen würden Möglichkeiten für die Ansiedlung neuer Unternehmen und für Renaturierungs-Projekte bieten.

Damit der Strukturwandel gelingt, fordern die Grünen unter anderem eine Task-Force für Raumplanung, Flächenmanagement und Verkehrsinfrastruktur, die bei der Bezirksregierung Düsseldorf oder Köln angesiedelt werden sollte. Sie soll Planungen vereinfachen, einen Interessenausgleich zwischen Kommunen und Land leisten sowie Konzepte zur Flächenentwicklung leisten. Zudem schlagen die Grünen vor, dass alte RWE-Betriebsflächen aus öffentlichen Mitteln aufgekauft und entwickelt werden sollen.

Eine weitere Forderung: Land, Kammern, Metropolregion Rheinland sowie Zukunftsagentur Rheinisches Revier sollen – gemeinsam mit Hochschulen – eine Wirtschaftsförderungs-Agentur auf die Beine stellen, die Ansprechpartnerin für Fördermittel in der Region sein soll. Darüber hinaus müsse ein Netzwerk „Digitales Revier“ gegründet werden, das bisherige Auftragnehmer von RWE bei der Suche nach alternativen Geschäftsmodellen berät und gleichzeitig beim Umstieg in die „digitale Wirtschaft“ unterstützt. Darüber hinaus müssten die Kommunen im Revier mit oberster Priorität beim Ausbau von Glasfasertechnik und 5G-Mobilfunk berücksichtigt werden.

Nach Meinung der Grünen brauche das Revier ein ganzheitliches Mobilitätskonzept, zudem sollte es als Modellregion für autonome Elektromobilität entwickelt werden. Auch eine Pilot-Region unter dem Titel „Digitale Energiewende“ sei vorstellbar. „Die Region sollte sich auch ambitionierte Ziele in Bezug auf Klimaschutz und dem Ausbau Erneuerbarer Energien geben und diese mit konkreten Strategien verfolgen“, sagt Peter Gehrmann.

Der Strukturwandel müsse mit Naturschutzprojekten einhergehen, fordern die Grünen. Es müsse ein flächendeckender, lückenloser Verbund engmaschig angelegter Flächen entstehen, auf dem sich möglichst viele Tier- und Pflanzenarten ausbreiten können. Und: Der Hambacher Forst soll nicht nur Naturschutzgebiet und mit benachbarten Lebensräumen verknüpft werden, die bereits gerodeten Flächen sollen auch wieder aufgeforstet werden.

(wilp)
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