Grevenbroich: Große Hilfe für das Schneckenhaus

Nach dem verheerenden Einbruch : Große Hilfe für das Schneckenhaus in Grevenbroich

Ende Oktober hatten Einbrecher großen Schaden an Einrichtung und Geräten angerichtet. Unternehmen und Bürger reagierten mit zahlreichen Spenden und Hilfsangeboten. Mittlerweile ist das „Grüne Klassenzimmer“ wieder geöffnet.

Der Computertechniker ist just weg. An der Eingangstür erledigt der Schreiner die letzten Handgriffe und im Rathaus brüten Experten das neue Sicherheitskonzept aus: Noch vor dem Wochenende meldet sich das Schneckenhaus zurück. Bei dem schlimmsten von insgesamt fünf Einbrüchen in diesem Jahr durchsuchten die Täter den blauen Naturschutzturm im Landesgartenschau-Gelände nicht einfach nur nach Wertsachen und Geld. In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober ließen sie ihrer puren Zerstörungslust freien Lauf und zertrümmerten, was auch immer im Weg stand. Allein der Schaden lag deutlich über 5000 Euro.

Der pure Vandalismus hat aber auch zu einem bemerkenswerten Schulterschluss der Grevenbroicher mit ihrem Schneckenhaus geführt. Viele Unternehmen meldeten sich mit Geld- und Sachspenden. Bürger brachten Gartengeräte vorbei – denn auch der Geräteschuppen war aufgebrochen worden. Selbst als der Umweltschutzbeauftragte Norbert Wolf zu einem Abendessen in einer Gaststätte unterwegs war, wurde er nicht bloß erkannt und gegrüßt: „Nacheinander kamen zwei Frauen an meinen Tisch und sprachen mich auf die Schäden an. Sie haben mir jeweils 20 Euro in die Hand gedrückt“, sagt Wolf. „Dass so viele Menschen, Firmen und Institutionen Anteil nehmen, macht mich sprachlos. Bei allen möchte ich mich bedanken.“ Wolf war am Tag des zerstörerischen Einbruchs der erste, der nach einem Anruf der Polizei gegen 21 Uhr auf dem Gelände ankam. „Dort stand nichts mehr aufeinander. Der Tisch lag zerbrochen auf dem Boden, alle Schubladen waren herausgezogen und umgedreht – ein grauenhaftes Bild.“ Ralf Dietrich vermutet keine gewöhnlichen Einbrecher hinter dieser Tat: „Sie hatten im Büro den Schlüssel zu unserem Pritschenwagen gefunden. Dennoch wurden die Scheiben eingeschlagen und der Tacho zerdeppert.“ Das Auto komme erst in den nächsten Tagen aus der Werkstatt, so lange müssen die Naturschutzprojekte Grevenbroichs auf die Helfer vom Schneckenhaus warten.

Der städtische Pressesprecher Stephan Renner sagt: „Im Schneckenhaus waren schon bisher keine Wertgegenstände zu holen – nun werden wir die Ausstattung und Arbeitsgeräte nochmals reduzieren.“ Beispiel: Ein Laptop ersetzt den zehn Jahren alten, ebenfalls zerschlagenen Computer. Das Gerät nimmt Norbert Wolf jetzt abends immer mit nach Hause.

„In dieser Woche haben wir bereits wieder acht Schulklassen empfangen“, sagt Ralf Dietrich. Auch die Stammgäste aus dem Altenheim nebenan konnten wie gewohnt ihre Runden drehen, nachdem das Gelände zwei Tage für die Spurenaufnahme der Polizei komplett gesperrt war. Im nächsten Jahr steht dem Schneckenhaus und dem Gartenschau-Gelände Großes bevor: Dann wird mit Aktionen, Vorträgen und Veranstaltungen das 25-Jahr-Jubiläum der Landesgartenschau in Grevenbroich gefeiert.

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