Grevenbroich: Groschenromane und Lockenwickler - Dielämmer stellt aus

Bunte Vielfalt in der Grevenbroicher Künstlergalerie : Groschenromane und Lockenwickler: Dielämmer stellt aus

Die Künstler der Galerie Judith Dielämmer stellen noch bis zum 30. Dezember ihre Arbeiten aus. Die Ausstellung heißt „Again an again an again“ – ein Titel, der darauf schließen lassen mag, dass alles längst Routine ist. Regelmäßige Besucher der Galerie an der Alte Bergheimer Straße 7 werden die meisten Exponate dem richtigen Künstler zuordnen können, aber es gibt auch Neues zu entdecken.

Helga Weidenmüller hat sich von Franz Kafka inspirieren lassen. Zu sehen sind Collagen mit und ohne Wachs, mit Graphit und Pastellkreise, aber auch ein Künstlerbuch mit dem Titel „Rückblick“. Dieter Stürmann war in der Bretagne auf verwegene Typen gestoßen, die Seile zwischen zwei Felsen spannten, um sich dort entlangzuhangeln. Es sind Momemtaufnahmen, die er mit seiner Kamera festhielt. Ines Neuburg ist der Magie des Geruchs mittels Malerei auf den Grund gegangen. Eine Paarbeziehung scheint von einer Duftwolke verdeckt zu werden.

Elisabeth Busch-Holitschke zeigt unter anderem Köpfe aus weißem Stoff. Farbtupfer sind die textilen Lockenwickler in den Haaren der Frauen. Inge Broska breitet ihre Exponate auf dem Boden aus. Es sind Kindheitserinnerungen, zarte Bleistiftzeichnungen, aber auch Fotos. Werner Franzen hat Teile von Stühlen mit Stoff verkleidet und damit verfremdet. Das Besondere daran: Der Stoff stammt von Kleidern der verstorbenen Dielämmer-Künstlerin Anne Neumann. Anne Blass hat ebenfalls auf Fundsachen zurückgegriffen. Fotodrucke, Stoffe, Wachs und Farben sind die Zutaten für diese Erinnerungskultur.

Auch in dem Objekt von Inge Harms schwingt Erinnerung an die Familie mit, vor allem aber an ihren Vater mit. Ihr „Gravitätswellensensor“ besteht aus einer Metallkugel, die von Bändern aus Papier von Groschenromanen gehalten wird. Als Gegengewicht dienen Pflastersteine – der Vater was Pflasterer und las gerne diese Hefte.

Ursula Helene Neubert nimmt Blumen als Malanlass. Ihr geht es dabei um die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens und unserem Verhältnis zur Natur. Was ist die Verbindung zwischen einem baufälligen Haus und treu dreinblickenden Schafen? Uwe Dressler zeigt zwei Fotos, die nur auf den ersten Blick nicht zusammenpassen. In dem Gebäude leben Roma, die als Schafhirten arbeiten.