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Grevenbroich: Gewerbe am Welchenberg ist vom Tisch

Regionalplan-Änderung wird erneut offengelegt : Gewerbe am Welchenberg in Grevenbroich ist vom Tisch

Mehr als 200 Neuenhausener legten Widerspruch gegen eine Regionalplan-Änderung ein – und sie hatten Erfolg. Die Fläche „Frimmersdorf 3“ wird nicht zum Gewerbegebiet, sondern bleibt ein regionaler Grünzug. Wie es jetzt weitergeht.

Viele Neuenhausener protestierten in den vergangenen Monaten gegen das in der fünften Regionalplan-Änderung vorgesehene Gewerbegebiet, das am Fuße des sagenumwobenen Welchenbergs entstehen sollte – letztlich mit Erfolg. Denn das etwa fünf Hektar große Gebiet gegenüber des Frimmersdorfer Kraftwerks soll bleiben, was es ist: ein regionaler Grünzug. Da der Plan für die sogenannte „Frimmersdorf 3“-Fläche („F3“) entsprechend geändert wurde, ist eine erneute Offenlegung erforderlich geworden. Sie ist am Freitag gestartet und wird am Montag, 23. August, enden.

„Das ist eine wirklich gute Nachricht“, freut sich Renate Steiner. Die Neuenhausenerin ist Ratsfrau der Grünen und hatte die Initiative gegen das geplante Gewerbegebiet ergriffen. Vertreter aus Kirche, Politik und Verwaltung schlossen sich dem an und legten ihr Veto gegen die Pläne ein. Vor allem aber waren es die Neuenhausener, die sich gegen das „F3“-Vorhaben wendeten und nicht weniger als 211 gut begründete Widersprüche an die Bezirksregierung Düsseldorf sandten.

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Dass es nun zu einer erneuten Offenlegung gekommen ist, freut Thomas Hansen, Markus Dederichs, Yannik Geller und Andreas Berghoff vom Förderverein „Neuenhausen heute und morgen“, der dies als einen Teilerfolg wertet: „Wir haben es geschafft, das Gewerbegebiet am Rand des Welchenbergs zu verhindern, müssen aber am Ball bleiben, um die natürliche Erhebung, den Wald und die Vollrather Höhe als gesamtes Areal ins Bewusstsein zu rücken“, betonte das Quartett in einer ersten Stellungnahme. Der Welchenberg sei aufgrund seiner geografischen Lage etwas Besonderes, historisch und kulturell als Naherholungsgebiet von Bedeutung. Die Aktiven des Vereins wollen nun Ideen sammeln, die im Herbst bei einer Veranstaltung im Schützenhaus präsentiert werden sollen.

Die Fläche „Frimmersdorf 3“ erstreckt sich vom RWE-Revisionsparkplatz bis zum Kleinfelder Hof. Schon bei einem Ortstermin, der Anfang Juni stattfand und an dem auch Politiker aller Couleur teilnahmen, hatten die Neuenhausener erste Pläne für das Gelände geschmiedet. „Der Bereich soll aufgeforstet werden – aber nicht mit Bäumen, die in Reih und Glied stehen, sondern so, dass eine Biodiversität möglich ist“, sagt Renate Steiner. Durch das Anlegen von Blühwiesen und -streifen soll die Artenvielfalt gefördert werden.

Mit der fünften Änderung des Regionalplans im Gebiet von Grevenbroich und Rommerskirchen sollen im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier neue Flächen für eine gewerblich-industrielle Nutzung entwickelt werden. Hierfür sind vor allem die Areale der Kraftwerke in Frimmersdorf und Neurath sowie deren Umfeld vorgesehen.

Laut Regionalplanung sollen die Flächen des Kraftwerks Frimmersdorf nach dessen endgültiger Stilllegung im Oktober künftig als Innovations- und Technologiezentrum genutzt und zum Teil erweitert werden. Auch das Altkraftwerk in Neurath wird im Zuge des Kohleausstiegs mittelfristig stillgelegt, das Gelände soll danach anderweitig entwickelt werden. Die einzelnen Blöcke sollen zwischen 2021 und 2023 stillgelegt werden, so dass mit dem Rückbau 2024 begonnen werden könnte. Zusätzlich werden die gewerblichen Entwicklungspotenziale in der Nachbargemeinde Rommerskirchen neu strukturiert. Sämtliche Planunterlagen sind auf der Internetseite der Bezirksregierung Düsseldorf (www.bezreg-duesseldorf.nrw.de) unter der Rubrik „Aktuelle Offenlagen“ veröffentlicht.