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Grevenbroich: Frist für Schrebergärten-Abriss läuft bald ab

Die meisten Parzellen sind schon geräumt : Frist für Schrebergärten-Abriss in Grevenbroich läuft bald ab

Die meisten Parzellen an der Feilenhauerstraße sind geräumt worden. Schutt und Müll im Landschaftsschutzgebiet werfen Fragen auf. Bis Ende Oktober muss alles weggeräumt worden sein.

Die Frist läuft allmählich ab: Bis zum Ende des Monats müssen die Schrebergärtner an der Feilenhauerstraße ihre Parzellen geräumt und verlassen haben. Der größte Teil der Laubenpieper ist der Aufforderung der Stadt gefolgt. Aber längst nicht alle, und das wirft Fragen in der Nachbarschaft auf.

Klaus Dicken, dessen Garten direkt an die sterbende Lauben-Kolonie grenzt, blickt mit Skepsis auf ein Grundstück, auf dem vor gut sechs Wochen mit Abbrucharbeiten begonnen wurde. „Es ist angefangen worden – und danach hat sich nichts mehr getan“, sagt er. „Seitdem liegt hier ein großer Schutthaufen herum – im Landschaftsschutzgebiet.“

Angesichts der schweren Betonbrocken, des verfaulten Holzes und der Glaswolle fragt sich Dicken, ob das alles noch in den nächsten beiden Wochen vom Pächter entsorgt werden kann. „Die Zeit wird ja allmählich knapp“, meint der Grevenbroicher. „Vor allem, weil unter dem Schutt noch ein Keller liegt, der abgetragen werden muss.“ Klaus Dicken hat die Stadtverwaltung bereits auf diesen Missstand aufmerksam gemacht – auch weil er eines befürchtet: „Der Müll könnte liegen bleiben. . .und muss dann auf Steuerzahlers Kosten entsorgt werden.“

Die Parzellen liegen direkt am Weg ins Landesgartenschau-Gelände, der rege von Spaziergängern und Radfahrern genutzt wird. „Viele reagieren mit einem Kopfschütteln auf das, was hier herumliegt“, schildert Dicken. Und es sei ja nicht nur der Schutthaufen, der das Landschaftschutzgebiet verschandele. Auch der Zustand des gegenüber liegenden Grundstücks lasse zu wünschen übrig. Dort steht ein knallrotes Sofa unter dem Dach eines von Algen befallenen Pavillons. Die dazugehörenden Sessel liegen ein paar Meter weiter im Gestrüpp, in unmittelbarer Nähe eines ausgedienten Elektrogeräts, einer alten Toilette und jeder Menge anderem Zeugs, das reif für die Müllkippe wäre. „Furchtbar“, nennt Dicken diesen Zustand. Die Stadtverwaltung demonstriert allerdings noch Gelassenheit. „Wir haben die Eigentümer erst kürzlich noch einmal schriftlich auf das baldige Ablaufen der Frist erinnert – und daran, dass sie bis Ende Oktober ihre Parzellen räumen müssen“, sagt Rathaussprecherin Claudia Leppert.

Der größte Teil der Schrebergartenanlagen sei mittlerweile geräumt worden, daher gehe sie davon aus, dass in den kommenden beiden Wochen auch auf den übrigen Parzellen „klar Schiff“ gemacht wird. „Dafür bleibt ja noch etwas Zeit“, sagt Leppert. Und die Stadt wolle keinem Pächter unterstellen, dass er seinen Müll extra herumliegen lasse. Was den Schutthaufen betrifft: „Er ist mit Flatterband abgesperrt worden. Daher gehen wir davon aus, dass daran noch gearbeitet wird.“

Sind die Gärten geräumt, soll auf dem fast 5000 Quadratmeter großen Gelände eine Wiese mit heimischen Blumen, Totholz- und Steinhaufen entstehen, die künftig reichlich Nahrung und Unterschlupf für Insekten bieten sollen. Zudem soll eine große Sandfläche angelegt werden, in der Wildbienen brüten können.