Grevenbroich: "Freundliche Örtchen" in der Innenstadt gefordert

Händler und Gastronomen sollen ihre WCs öffentlich machen : „Freundliche Örtchen“ in der Grevenbroicher City

Eine Idee aus der nahe gelegenen Stadt Pulheim möchte der städtische Seniorenbeauftragte Wolfgang Norf nach Grevenbroich holen: die „Freundlichen Örtchen“. Bis zum nächsten Weihnachtsmarkt will er in der Innenstadt möglichst viele Mitstreiter für die Aktion gefunden haben.

In Pulheim haben zahlreiche Gastronomen und Einzelhandelsbetriebe ihre Toiletten während ihrer Öffnungszeiten nicht nur für ihre Kundschaft, sondern allgemein für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Auf dieses sogenannte „Freundliche Örtchen“ wird mit Aufklebern an Eingangstüren oder Schaufenstern aufmerksam gemacht – mit dem Hinweis darauf, dass mit dem Gang zur Toilette weder ein Verzehr- noch ein Kaufzwang verbunden ist.

„Ich finde, dass ist eine schöne Idee, die wir auch in Grevenbroich umsetzen sollten“, sagt Norf. „Denn hier gibt es – abgesehen vom WC unter dem Alten Rathaus sowie den Kundentoiletten im Montanushof und in der Coens-Galerie – kaum öffentliche Klos.“ Zwar würden mehrere Lokale und Läden auf Nachfrage eine kostenfreie Nutzung erlauben – doch: „Mit der Kennzeichnung als ,Freundliches Örtchen’ müssten Senioren nicht mehr suchen, sondern wüssten sofort, an wen sie sich wenden können.“

Gemeinsam mit den beiden Seniorenbeauftragten Bianca Grob-Zetzmann und Wolfgang Latzel hat sich Norf in Pulheim über die Aktion kundig gemacht. „Dort wurden wir nicht nur mit reichlich Info-Material ausgestattet, der Seniorenbeirat ist auch dazu bereit, uns Hilfestellung zu leisten“, erklärt Wolfgang Norf zufrieden.

Die drei Seniorenbeauftragten möchten in den nächsten Wochen bei den Geschäftsleuten und Gastronomen für ihre Idee werben. „Der Vorteil für die Laden-, Café- oder Restaurant-Inhaber liegt darin, dass sie ausdrücklich als hilfsbereit wahrgenommen werden – darüber könnten sicherlich auch neue Kunden gewonnen werden“, sagt Norf. Zunächst soll ein Faltblatt erstellt werden, mit dem das Trio das Interesse von Händlern und Gastwirten wecken möchte. „Im nächsten Schritt werden wir die Aufkleber drucken lassen“, schildert Norf.

Auch die Politik hat bereits eine solche Aktion anregt: Ende 2018 hatte die CDU die Stadt aufgefordert, ein ähnliches Konzept umzusetzen. Jetzt nehmen es die drei Seniorenbeauftragten in die Hand.

(wilp)
Mehr von RP ONLINE