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Grevenbroich: Freidemokraten unterstützen die Corona-Hilfen für Mallorca

Virtuelle Diskussion über das „17. Bundesland“ : Grevenbroicher FDP unterstützt Corona-Hilfen für Mallorca

Das Thema war gewohnt, der geographische Bezug nicht. Die Liberalen wandten am Donnerstagabend den Blick auf das „17. Deutsche Bundesland“ und berieten, wie sie den Menschen vor Ort helfen können.

Heimke Mansfeld ist aus dem Südosten Mallorcas hinzugeschaltet. Die seit 21 Jahren auf der Insel lebende Friseurin berichtet von katastrophalen Zuständen. Durch die Pandemie ist der größte Wirtschaftsfaktor, der Tourismus, weggebrochen. Heute leben knapp 18 Prozent der Mallorquiner an der Armutsgrenze und leiden unter Hunger. Zusammen mit drei weiteren Personen gründete Mansfeld die Hilfsorganisation „Hope Mallorca“.

 Parteichef Markus Schumacher (links) diskutierte unter anderem mit dem Europaabgeordneten Moritz Körner.
Parteichef Markus Schumacher (links) diskutierte unter anderem mit dem Europaabgeordneten Moritz Körner. Foto: Screenshot

Mehr als 140 Helfer verteilen an über 2700 Menschen Lebensmittel. Pro Monat seien es 28 Tonnen Hilfsmittel, die an die Bedürftigen verteilt würden. Die Mallorquinerin beklagt sich darüber, dass die Gelder der EU nicht bei den hungernden Menschen ankommen: „26.000 Menschen haben eine finanzielle Hilfe beantragt, 24.000 davon sind bewilligt, allerdings sind bis jetzt kaum mehr als fünf Prozent davon ausgezahlt.“

Es ist eine etwas andere Corona-Diskussion, zu der die FDP Grevenbroich geladen hat. Natürlich digital, wie es in diesen Zeiten üblich ist. Angeregt hatte sie Markus Schumacher, der FDP-Stadtverbandschef. Er hat nach eigener Aussage zwei Heimaten: Grevenbroich und Colónia de Sant Jordi auf Mallorca. Noch im Dezember besuchte er das „17. Deutsche Bundesland“, wie Schumacher es nennt. Er berichtet von der Totenstille auf der Insel und der spürenden Not der Menschen. Schumacher will für das Thema sensibilisieren und zum Gespräch anregen.

 Heimke Mansfeld lebt seit 21 Jahren auf Mallorca und war ebenfalls zugeschaltet.
Heimke Mansfeld lebt seit 21 Jahren auf Mallorca und war ebenfalls zugeschaltet. Foto: Sreenshot

Der FDP-Europaabgeordnete Moritz Körner, den Schumacher ebenfalls eingeladen hat, stimmt Mansfeld zu. Die Lage sei schrecklich. Allerdings sei das Geld von der EU bereits zur Verfügung gestellt worden. „Die EU kann nur so gut sein, wie die Mitgliedstaaten es zulassen. Die sozialpolitische Kompetenz liegt aber bei den Mitgliedsstaaten. Der spanische Staat muss dafür sorgen, dass die Gelder ankommen“, so der Abgeordnete. Er macht sich Sorgen um Europa. Die staatlichen Systeme müssten auf Vordermann gebracht werden. Masfelder kreidet der Politik an, dass ihr die Flexibilität in der Handlung fehle. „Zu Beginn der Pandemie wurden die Grundrechte ausgehebelt, jetzt wird uns nicht geholfen. Ich erwarte eine gewisse Geschwindigkeit der Hilfe, schließlich wird gehungert. Wir müssen beide Seiten retten.“

Die 20 Teilnehmer, die der FDP-Einladung gefolgt waren, sind sich letztendlich einig: Die Not auf Mallorca spielt auf europäischer Ebene zwar eine Rolle. Aber die Hilfe müsse schneller und unbürokratischer die hilfesuchenden Menschen erreichen. „Wenn wir Mallorca weiter so erleben wollen, wie es in Vergangenheit war, müssen wir überlegen was wir tun können, um zu unterstützen“, sagt Schumacher.

Schließlich bleibt die Frage, was kann hier in Deutschland unternommen werden, um das beliebte Urlaubsziel zu unterstützen. Hierzu ruft die FDP Grevenbroich sowohl über Facebook als auch über die direkte Bankverbindung von „Hope Mallorca“ zu Spenden auf.

Weitere Infos zum Hilfsprojekt gibt es im Internet unter der Adresse www.hope-mallorca.org.