Ideen für Denkmal Ministerin stellt Fördergelder für Holocaust-Mahnmal in Aussicht

Grevenbroich · Schüler aus Grevenbroich liefern Ideen für ein Holocaust-Mahnmal, das auf dem Synagogenplatz in der Fußgängerzone aufgestellt werden soll. Über eine Mitfinanzierung des Projekts sprachen die Organisatoren jetzt mit NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach.

Thomas Jentjens (l.), Ulrich Herlitz und Heike Troles (r.) stellten Ministerin Ina Scharrenbach die ersten Denkmal-Entwürfe vor.

Thomas Jentjens (l.), Ulrich Herlitz und Heike Troles (r.) stellten Ministerin Ina Scharrenbach die ersten Denkmal-Entwürfe vor.

Foto: Käthe-Kollwitz-Gesamtschule/KKG

Zwei Grevenbroicher wurden jetzt von Heimatministerin Ina Scharrenbach im Landtag empfangen: Ulrich Herlitz, Vorsitzender des Geschichtsvereins, und Thomas Jentjens, Lehrer an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, stellten in Düsseldorf ein Projekt vor, das gemeinsam mit Schülern realisiert wird: ein zentrales Mahnmal, das auf dem Synagogenplatz an die Grevenbroicher Opfer des Holocaust erinnern soll. Erste Entwürfe wurden der Ministerin vorgestellt.

Schon 1988 hatte die mit Ulrich Herlitz befreundete Holocaust-Überlebende Marianne Stern-Winter aus Hemmerden ein solches Mahnmal angeregt. „Nun können wir zuversichtlich sein, dass dieser Wunsch endlich realisiert werden kann“, sagt Thomas Jentjens, der an der „Kollwitz“ das Projekt „KKG – Gegen das Vergessen“ leitet. Nachdem ein Schülerwettbewerb zur Gestaltung eines Denkmals an den weiterführenden Schulen gestartet wurde, liegen bereits erste Ideen vor. Bis zu einer fertigen Skulptur ist es aber noch ein langer Weg.

Die bislang bei ihm eingegangenen Ideen-Skizzen möchte Ulrich Herlitz zurzeit nicht öffentlich vorstellen. „Das wäre unfair – denn noch haben nicht alle Schulen ihre Beiträge eingereicht“, sagt der Vorsitzende des Geschichtsvereins. Er lässt aber durchblicken: „Die Vorschläge sind sehr unterschiedlich, sie reichen von figürlichen bis hin zu abstrakten Darstellungen. Es ist erstaunlich, wie kreativ und künstlerisch die jungen Leute unterwegs sind.“ Ohnehin dürften die Schüler ihrer Fantasie freien Lauf lassen, es gebe nur eine Vorgabe: Das Mahnmal müsse genügend Platz für die Namen der etwa 200 Holocaust-Opfer aus Grevenbroich bieten.

Sind alle Beiträge der Schulen da, soll im kommenden Frühjahr der nächste Schritt unternommen werden: „Wir werden für alle Teilnehmer einen Workshop organisieren. Ein Künstler wird dann mit mit den Kindern und Jugendlichen die Ideen weiterentwickeln – bis hin zu einem fertigen Kunstwerk“, berichtet Ulrich Herlitz. Das Ziel: Bei der Gedenkfeier an die Reichspogromnacht am 9. November nächsten Jahres soll das Mahnmal vorgestellt werden, zumindest im Entwurf.

Noch arbeiten die Organisatoren an der Finanzierung der Skulptur. Auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten Heike Troles konnten sie in dieser Sache jetzt bei der Heimatministerin vorsprechen. „Sie steht einer möglichen Förderung sehr aufgeschlossen gegenüber“, betont Thomas Jentjens. Ina Scharrenbach habe sich zudem beeindruckt von der Erinnerungsarbeit der KKG-Schüler gezeigt und sei an einem persönlichen Austausch mit der Projektgruppe interessiert. „Das haben sich die Schüler mit ihrem vorbildlichen Engagement über Jahre redlich verdient“, sagt Jentjens.

Das etwa 2,50 Meter hohe und 1,50 Meter breite Mahnmal soll künftig im Eingangsbereich des Synagogenplatzes platziert werden. Es soll die Fläche aber nicht dominieren. „Der Platz soll nicht nur zum Gedenkort umgewandelt werden“, sagt Ulrich Herlitz. „Er wird seine innerstädtische Funktion behalten.“

(wilp )