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Grevenbroich: Flyer und Wahlprüfsteine zur Rettung der Erftaue.

Umwelt und Verkehr in Grevenbroich : Flyer und Wahlprüfsteine zur Rettung der Erftaue

Auf der einen Seite fliegen Pirol und Eisvogel: Die Erftaue ist Natur pur. Auf der anderen Seite klagen die Anwohner über Lkw- und Autoverkehr. Der ist zu 80 Prozent hausgemacht – sagen nun die Gegner der Umgehungsstraße L361n. Sie haben einen Flyer drucken lassen.

Beim NGZ-Gang mit Bürgern durch Kapellen war in der vergangenen Woche der dichte Verkehr eines der Hauptärgernisse. Die Gegner der Umgehungsstraße L361n wollen nun im Kommunalwahlkampf ihre Position deutlich machen. Unter der Überschrift „Rettet die Erftaue!“ hat das Bündnis gegen die Umgehungsstraße einen grünen Flyer drucken lassen. Die Auflage beträgt 5000 Exemplare. Die Schrift soll in den nächsten Tagen in die Briefkästen der betroffenen Anlieger verteilt werden. Zudem sitzen die Aktivisten Dirk Schimanski und Janine Heinze an Wahlprüfsteinen zur L361n, die in den nächsten Wochen an die Parteien verschickt werden sollen.

Zum Bündnis gehören mittlerweile die Grünen, die SPD, der BUND für Umwelt- und Naturschutz, Mein Grevenbroich, Die Linke und das Soziale Bündnis Niederrhein. Ob die UWG mitmacht, sei noch offen, heißt es in der Mitteilung der Umgehungsstraßen-Gegner. In dem Flyer nennen sie zwei Hauptargumente gegen die L361n. In Wevelinghoven gebe es bereits eine Umgehungsstraße – und dennoch bei etwa gleicher Ortsgröße mehr Verkehr auf den Straßen. „Das zeigt: Eine solche Umgehungsstraße ist keine Lösung, sondern zieht neuen Verkehr an“, sagt Dirk Schimanski. Und: „Rund 80 Prozent des Autoverkehrs wird von den Anwohnern selbst erzeugt.“ Im Jargon der Verkehrsplaner: Es handelt sich um Ziel- und Quellverkehr; Lärm und Abgase sind quasi hausgemacht. In der Broschüre wird den Lesern empfohlen das eigene Verhalten zu überdenken und öfter mal mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen.

Zudem unterstützt die Initiative Bürgermeister Klaus Krützen in dem Bemühen, die Landstraße L361 zu einer Stadtstraße zurückzustufen. Dann könnten dort ein LKW-Fahrverbot und eine Tempo 30-Zone eingerichtet werden – sagt Schimanski. Diese Maßnahmen seien deutlich schneller umzusetzen, als eine Straßenplanung, die sich über zehn bis fünfzehn Jahre hinziehen werde. Schimanski ist gespannt darauf, wie die Parteien auf die Wahlprüfsteine der Initiative reagieren werden. Die Antworten sollen in eine Tabelle übertragen und anschließend veröffentlicht werden.