Energieversorgung in Grevenbroich Fernwärme für viele Jahre gesichert

Grevenbroich · Im Kraftwerk Neurath wird nicht nur Strom produziert, sondern auch Fernwärme erzeugt. Rund 450 Haushalte in Frimmersdorf, einem kleinen Teil von Neurath, in Gustorf und Gindorf werden von RWE Power versorgt.

 RWE kann Fernwärme auch nach einer Stilllegung aller alten Blöcke in Neurath liefern. Dann würde die Energie von den BoA -Blöcken (vorn) kommen

RWE kann Fernwärme auch nach einer Stilllegung aller alten Blöcke in Neurath liefern. Dann würde die Energie von den BoA -Blöcken (vorn) kommen

Foto: dpa/Oliver Berg

Da stellt sich die Frage, womit geheizt werden soll, wenn das Kraftwerk Neurath mit Ausnahme der neuen BoA-Blöcke möglicherweise in den 20er Jahren vom Netz gehen wird. „Wir werden am Standort Neurath noch lange Dampf und Fernwärme erzeugen. Die Menschen müssen sich darüber keine Gedanken machen. Die Verträge werden weiter erfüllt“, betont Guido Steffen, Sprecher bei RWE Power in Essen.

Eine technische Änderung hat es bereits gegeben. Jahrzehntelang nämlich versorgte das Kraftwerk Frimmersdorf die Haushalte mit Wärme zum Heizen. Doch Ende 2017 gingen die beiden letzten bis dahin aktiven Blöcke „Paula“ und „Quelle“ vom Netz. Sie wechselten für drei Jahre in die bundesweite Sicherheitsreserve und werden dann endgültig stillgelegt.

 Für die Fernwärme musste deshalb eine Alternative her. RWE Power errichtete vor rund zwei Jahren eine mehrere Kilometer lange Transportleitung zur Fernwärme-Versorgung von Frimmersdorf zum Kraftwerk Neurath. Kostenpunkt: etwa sieben Millionen Euro.

Laut RWE ist damit die Fernwärmversorgung auf lange Sicht gesichert. Nach einem Aus für die alten Blöcke in Neurath könne die Wärmeversorgung dann von den BoA-Blöcken „Friedrich“ und „Gustav“ sichergestellt werden. Dabei handele es sich um die letzten Anlagen, die vom Ende der Braunkohleverstromung betroffen seien – dies ist für das Jahr 2038 vorgehen.

Eine neue Leitung zwischen den alten und neuen Kraftwerksblöcken müsse nicht gebaut werden. „Am Standort Neurath besteht ein Dampfverbund mit Leitungen auf dem gesamten Gelände“, erläutert Konzern-Sprecher Steffen.

„Wir sind immer noch dabei, für die Fernwärme Anschlussverträge zu unterzeichnen, wenn jemand am vorhandenen Netz baut oder umbaut“, sagt Steffen. Ein Ausbau des Fernwärmenetzes im Süden des Stadtgebietes ist aber nicht geplant. Vor rund zehn Jahren war ein Anschluss weiterer Teile von Neurath im Gespräch gewesen, realisiert wurde dies aber nicht.

Der Kraftwerke Neurath und Niederaußem sind übrigens mögliche Standorte für ein Wärmespeicherkraftwerk, das RWE Power im Rheinischen Revier errichten möchte.

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