Grevenbroich: FDP und CDU für neues Baugebiet

Alternative für XXL-Projekt : FDP und CDU für neues Baugebiet in Grevenbroich

Fraktionen schlagen Alternative zum Projekt an der Gustav-Mahler-Straße vor

FDP und CDU machen Druck: Sollte das geplante XXL-Baugebiet an der Gustav-Mahler-Straße in Gustorf bis Ende Oktober nicht realisiert werden können, soll die Stadt eine alternative Fläche in Angriff nehmen. Im Bereich der Morkener-, Süd- und Provinzstraße in Gindorf gebe es ausreichend Flächen für die Wohnbebauung.

Baugrundstücke in Grevenbroich sind Mangelware, die Nachfrage ist aktuell groß. Besonders im Süden der Stadt – in Gustorf und Gindorf – warten die Bürger seit Jahren auf eine Realisierung des Bebauungsplanes „Gustav-Mahler-Straße“ (GU 26). Im Rahmen einer öffentlichen Fraktionssitzung der FDP wurde jetzt die Notwendigkeit der weiteren Entwicklungsperspektiven für die beiden Orte thematisiert, gleichzeitig wurden mögliche Alternativen aufgezeigt. An dieser Sitzung hat auch der Vorsitzende des Planungsausschusses, CDU-Chef Wolfgang Kaiser, teilgenommen.

Wie berichtet, gibt es im geplanten Baugebiet an der Gustav-Mahler-Straße Schwierigkeiten beim Erwerb der erforderlichen Grundstücke. „Teils bedingt durch differierende Preisforderungen der Eigentümer bis hin zur Verweigerung, hat nach jahrelangen Planungen und Verhandlungen der Vorhabensträger – die DZ-Immobilien + Treuhand GmbH – das Projekt aufgegeben“, erinnert FDP-Fraktionsvorsitzender Markus Schumacher.

Eine ursprünglich geplante Einstellung des Bebauungsplanes wurde im März vom Stadtrat nochmals verschoben, da offensichtlich ein weiterer Vorhabenträger – nämlich die Volksbank Erft – Interesse zeigt. Eine Verlängerungsfrist von sechs Monaten war angedacht. „Die Bevölkerung wartet seit etwa zwei Jahrzehnten auf neue Bebauungsmöglichkeiten, wir wollen das Bauen in den beiden Orten ermöglichen“, sagt Wolfgang Kaiser. Sollte sich das Vorhaben GU 26 definitiv nicht realisieren lassen, müsse eine Alternative her, fordern FDP und CDU in einem gemeinsamen Antrag für die Ratssitzung am kommenden Donnerstag (18 Uhr, Bernardussaal).

Die beiden Fraktionen sprechen sich für eine Flächennutzungsplanänderung und einen Bebauungsplan für ein im Süden von Gindorf gelegenes, dreieckiges Gebiet aus. Die Fläche wird durch die Verlängerung der Morkener Straße im Westen, der Südstraße im Norden und der Provinzstraße im Osten begrenzt. Das biete ausreichend Platz für ein Neubaugebiet. „Mit den Eigentümern könnten bereits Vorgespräche getätigt werden“, schlägt Markus Schumacher vor.

Seit mehr als 20 Jahren wird das Baugebiet „Gustav-Mahler-Straße“, in dem 250 Wohneinheiten auf 8,7 Hektar Fläche entstehen sollen, geplant. 2018 war das Areal in zwei Abschnitte aufgeteilt worden, weil für das östliche Gebiet größere Realisierungschancen gesehen wurden. In der Stadt Grevenbroich mangelt es an Baugebieten: Bis 2030 müssen 1800 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden.

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