Landespolitiker will mit der Bahn sprechen FDP setzt sich für Sanierung des Bahnhofs Gustorf ein

Gustorf · Thomas Nückel, Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Landtag, sieht akuten Handlungsbedarf am Haltepunkt Gustorf. Der Politiker will sich jetzt bei der Bahn dafür stark machen, dass der komplette Bahnsteig saniert wird.

 Auf Anregung der Grevenbroicher FDP setzt sich Landespolitiker Thomas Nückel für eine Sanierung des Gustorfer Bahnhofs ein.

Auf Anregung der Grevenbroicher FDP setzt sich Landespolitiker Thomas Nückel für eine Sanierung des Gustorfer Bahnhofs ein.

Foto: Dieter Staniek

Er ist nun tatsächlich alles andere als eine Schönheit. Das spiegelt sich klar in den Stationsberichten des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) wider. Dort erhält der Gustorfer Bahnhof regelmäßig die schlechteste der möglichen Beurteilungen: „Nicht akzeptabel.“

Die örtliche FDP-Ratsfrau Margot Becker ärgert sich schon seit langem über den Zustand des Bahnhofs. Weil keine Verbesserungen vorgenommen werden, hat sie jetzt den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag, Thomas Nückel, zu einem Besuch nach Gustorf eingeladen. Der liberale Politiker machte sich auf diese Weise ein eigenes Bild.

„Unser Bahnhof hinterlässt insgesamt ein ungepflegtes Erscheinungsbild. Außerdem werden mobilitätseingeschränkte Menschen de facto von der Nutzung der Bahn ausgeschlossen“, berichtet Margot Becker. Der Landtagsabgeordnete stimmt der Ratsfrau zu. „Ein Gleis wird überhaupt nicht mehr genutzt, führt ins Nirwana und stellt ein Unfallrisiko dar“, sagt Nückel. Zudem sei der Höhenunterschied zwischen dem befahrbaren Gleis und dem Zutritt in die Bahn enorm – „für Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe schier unmöglich“. Auch die Überquerung der Gleise mit einem Kinderwagen sei nach Meinung des FDP-Politikers kaum zu bewerkstelligen.

„Der Bahnsteig muss aus meiner Sicht komplett saniert werden, damit der Zugang für alle Menschen leichter möglich wird. Dabei kann das stillgelegte Gleis entfernt, verfüllt und der Metallgitter-Übergang, der eine Stolperfalle darstellt, entfernt werden“, sagte Thomas Nückel. Die barrierefreie Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs müsse insgesamt deutlich verbessert werden.

Der FDP-Verkehrsexperte will nun seine Kontakte zur Deutschen Bahn nutzen und auf Abhilfe drängen. „Im November komme ich wieder mit dem Bevollmächtigen der Deutschen Bahn AG beim Land Nordrhein-Westfalen zusammen. Dann werde ich ihm die Bilder aus Gustorf mit auf dem Weg geben, die deutlich machen, dass hier akuter Handlungsbedarf besteht“, erklärt Nückel. Die Stadtverwaltung bemüht sich bereits seit 2001 um Verbesserungen am Gustorfer Bahnhof. Zuletzt hatte sie 2014 gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr versucht, eine Sanierung im Rahmen eines Sonderprojekts zu stemmen. Weil die Bahn jedoch ihre finanzielle Unterstützung verweigerte, wurde das Projekt erst einmal zu den Akten gelegt. Das Wegräumen der alten Gleise und der Bau eines neuen Hochbahnsteiges mitsamt der erforderlichen Anschlüsse würde eine Million Euro kosten.

Zuletzt hatte sich die Stadt im Januar 2017 für einen behindertengerechten Ausbau des Bahnhaltepunkts eingesetzt – auch um möglichen Unfallgefahren vorzubeugen. Denn zwischen Bahnsteig und Zugeinstieg gibt es einen Höhenunterschied von mindestens 20 Zentimetern –eine Stolperfalle insbesondere für gehbehinderte oder ältere Menschen. Die Antwort der Bahn fiel nur knapp aus: Es seien keine Maßnahmen geplant, den Haltepunkt barrierefrei zu gestalten.

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