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Grevenbroich: Fahrrad-Club bietet wieder Touren an

Aufbruch nach Monaten des Stillstands : Fahrrad-Club bietet wieder seine Touren an

Aufbruch nach Monaten des Stillstands: Der ADFC startet dieses Wochenende seine ersten Touren. Grevenbroich tritt wieder in die Pedale – auch beim Stadtradeln.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) wagt einen ersten Schritt in Richtung Normalität. In Absprache mit dem städtischen Ordnungsamt veranstaltet die Ortsgruppe Grevenbroich nun wieder regelmäßig Touren, an denen jeder teilnehmen kann. Schon an diesem Sonntag geht es los mit einem gemeinsamen Ausflug in die nähere Umgebung. 

Mit seiner obligatorischen Kartoffel-Tour hatte der ADFC im vergangenen Herbst sein Programm beendet. „Das geschah durchaus mit einem mulmigen Gefühl“, erinnert sich Sprecher Wolfgang Pleschka. „Denn angesichts der Pandemie war nicht klar, wann wir wieder etwas anbieten können.“ Nachdem nun Lockerungen eingetreten sind, hat sich der Fahrrad-Club dazu entschlossen, „einen Schritt nach vorne zu machen“. 

In den vergangenen Wochen haben die Radler ein Programm zusammengestellt, das bis zum Oktober rund 25 Touren vorsieht. Geplant ist zum Beispiel ein Ausflug zum Rheinbahn-Betriebshof in Düsseldorf, wo der Grevenbroicher Hans Männel mit seinen Kollegen historische Straßenbahnen in Schuss hält. Zudem sollen entlang der Erft markante Boden- und Baudenkmäler besichtigt werden. „Je nach dem, wie sich die Pandemie entwickelt, werden wir weitere Touren hinzunehmen“, sagt Pleschka.

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Die Ausflüge werden aber etwas anders ablaufen als gewohnt. Startplatz wird nicht mehr der Markt, sondern die im Stadtpark liegende Villa Erckens sein. „Wir wollen zunächst einmal belebte Plätze meiden“, argumentiert der ADFC-Sprecher. Aus dem selben Grund wird es auch die beliebte Einkehr nicht geben, die sonst Bestandteil vieler Touren ist.

„Eisdielen oder Biergärten werden wir erst einmal nicht ansteuern“, sagt Wolfgang Pleschka. „Die Teilnehmer sollten daher ausreichend Verpflegung mitnehmen.“ Der Club will aber mit Wirten und Gastronomen in Kontakt bleiben und je nach Corona-Lage über einen Zwischenstopp entscheiden. „Wer weiß, vielleicht gelingt das ja schon im Sommer“, meint der ADFC-Sprecher. „Das wäre toll und würde unsere Angebote bereichern.“

Bislang haben sich zehn Tourenleiter bereiterklärt, für ein wenig Abwechslung in Pandemie-Zeiten zu sorgen. Die Radler haben Absprachen mit dem Ordnungsamt getroffen, um die Ausflüge größtmöglich sicher zu gestalten. So ist eine Teilnahme nur nach einer telefonischen Anmeldung möglich, zudem werden Listen geführt, um die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten. „Wir bewegen uns im Rahmen des derzeit Möglichen“, meint Pleschka. „Es ist nicht leicht, solche Angebote in diesen Zeiten zu planen. Aber wir wagen das jetzt einfach mal.“

Dass es eine entsprechende Resonanz auf die Angebote geben wird, davon ist der ADFC überzeugt. Denn die Corona-Pandemie habe mehr Menschen zum Radfahren geführt. Das sei aktuell auch an der Aktion „Stadtradeln“ abzulesen, die am Freitag gestartet ist. In Grevenbroich haben sich bislang 41 Teams gemeldet, die bis zum 17. Juni möglichst viele Kilometer für „ihre“ Stadt abstrampeln möchten.

„Das ist der bisherige Rekord“, sagt Wolfgang Pleschka und vergleicht: „Im Vorjahr waren 26 Mannschaften am Start, 2019 waren es 15 – da tut sich was.“ Insgesamt sind es 528 Grevenbroicher, die sich an der Aktion beteiligen, 189 mehr als im vergangenen Jahr. Dass darunter nicht nur viele Schüler, sondern auch 15 Mitglieder des Rates sind, freut den ADFC-Sprecher. Und er erhofft sich davon, dass damit so manches Radler-Problem in der Stadt ein wenig mehr in den Fokus der Kommunalpolitiker gerät. „Das wäre wünschenswert“, sagt Pleschka. Denn obwohl Grevenbroich zum Kreis der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen zählt, gibt es an vielen Ecken noch reichlich Bedarf an Verbesserungen.