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Grevenbroich: Facebook-Gruppe vermittelt Zuhörer an Alleinstehende.

Corona-Krise in Grevenbroich : Facebook-Gruppe vermittelt Zuhörer an Alleinstehende

Die intensive Diskussion über eine Mandarine auf dem Foto eines Hofladens in Barrenstein – die war dann selbst für Jenny Görgens zu viel. Dabei ist die Administratorin hart im Nehmen. Doch der nölige Hinweis, diese Frucht stamme ja wohl kaum aus eigener Produktion, ließ sie zum Handy greifen.

Ihre Video-Botschaft: Auch wenn es gerade alles schwer ist – Ruhe bewahren, anderen Respekt zollen und erst nachdenken und dann kommentieren.

Jenny Görgens weiß, wovon sie spricht. Viele Stunden am Tag hält sie gemeinsam mit zwei weiteren Administratoren die Facebook-Gruppe „Grevenbroich 2.0“ mit mehr als 9100 Followern auf dem Laufenden. Pro Tag werden dort 50, 60, 70 Kommentare angeschaut und freigeschaltet. Und seit Freitagabend gibt es ein neues Angebot: Wer sich als Alleinstehender einsam fühlt, kann sich zwischen 18 und 19 Uhr bei der Telefonhotline (0178 8057131) melden und bekommt einen passenden Gesprächspartner vermittelt.

„Mit mir sind wir elf Zuhörende im Alter zwischen 34 und 58 Jahren“, sagt Görgens. Man wolle keine Telefonseelsorge anbieten und auch keinerlei Psychotherapie via Telefon. Es geht darum, dass man denen einen Gesprächspartner anbietet, die vor allem in Zeiten der Kontaktsperre niemanden haben, mit dem sie mal quatschen können.  Vom Alter her soll es ungefähr passen. Und die Anrufenden dürfen sich entweder eine Frau oder einen der bislang vier Herren in der Hotline als Gegenüber am Telefon wünschen.

Zum Auftakt machte noch niemand Gebrauch von diesem Angebot. Die Möglichkeit muss sich vermutlich erst einmal herumsprechen. Ansonsten aber ist das Informationsbedürfnis der Grevenbroicher groß, sagt Jenny Görgens. Zur aktuellen Corona-Krise mussten mehr als 800 Einzelkommentare gar in einen eigenen Thread, einen eigenen Abschnitt zusammengefasst werden, damit es einigermaßen übersichtlich bleibt. „Wir versuchen, die Grevenbroicher mit den neusten Informationen zu versorgen“, erläutert die Administratorin. Allgemein gültige Informationen über das Virus holt sich „Grevenbroich 2.0“ von seriösen externen Quellen – von n-tv und Spiegel beispielsweise. „Und morgens nach dem ersten Kaffee werden die Geschichten aus der NGZ gepostet!“ Die Videobotschaften von Bürgermeister Klaus Krützen werden ebenso verbreitet wie ein Wohnzimmerkonzert oder Hinweis von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

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