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Grevenbroich: Existenzhilfe beschert 350 bedürftige Kinder

Weihnachtswunschbaum-Aktion : Existenzhilfe beschert 350 bedürftige Kinder

Die Weihnachtswunschbaum-Aktion ist erfolgreich verlaufen. Viele Bürger und Firmen sorgten dafür, dass Wünsche wahr wurden.

Für 350 Grevenbroicher Kinder war schon am Mittwoch Nachmittag Bescherung: In den Räumen der Existenzhilfe an der Merkatorstraße wurden die liebevoll verpackten Geschenke der Weihnachtswunschbaum-Aktion verteilt. Diese schöne Aufgabe übernahm Eddy Kropp, der als Nikolaus im Bischofsgewand jedem Kind sein Präsent übergab. Kropp hat damit reichlich Erfahrung, verkörpert er doch schon seit 32 Jahren den Sankt Martin in Gustorf.

Schon im November hatten Kinder aus bedürftigen Familien die Gelegenheit, ihre Wünsche aufzuschreiben, die im Dezember an den beiden Wunschbäumen in der Coens-Galerie und in der Volksbank Erft aufgehängt wurden. „Die Zettel fanden in diesem Jahr reißenden Absatz“, freut sich Wolfgang Norf, Geschäftsführer der Existenzhilfe, über die große Unterstützung, die der seit 2006 durchgeführten Aktion einmal mehr zuteil wurde.

Die Kinder hatten Wünsche formuliert, die den Wert von 20 Euro nicht übersteigen durften. „Anders als in den Vorjahren wurden diesmal hauptsächlich Kleidungsstücke gewünscht, zum Beispiel Pullover oder Jeanshosen“, sagt Norf. Spielzeug stand weniger hoch im Kurs – dennoch mussten die Kinder am Mittwoch Nachmittag darauf nicht verzichten. Ein Discounter aus der Umgebung hatte nämlich eine Spielsachen-Sammlung unter seinen Kunden veranstaltet und lud eine ganze Wagenladung bei der Existenzhilfe ab. Jedes Kind konnte sich etwas aussuchen.

Die kleinen Grevenbroicher, die am Mittwoch beschert wurden, stammen nicht nur aus Familien, die Hartz IV oder Sozialhilfe beziehen. „Darunter sind auch viele Kinder von Eltern, die 40 Stunden in der Woche arbeiten gehen, aber wegen ihres Mindestlohns in die Bedürftigkeit geraten sind“, sagt Wolfgang Norf. Den Kleinen ein schönes, „normales“ Weihnachtsfest zu bereiten, sei eine Herzensangelegenheit. „Das fördert die Freude der Kinder, die nicht wissen, wie viel ihr Papa verdient.“

Rund 20 freiwillige Helfer der Existenzhilfe standen bereit, um die Geschenke-Ausgabe reibungslos über die Bühne zu bringen. Am Freitag werden sie wieder alle Hände voll zu tun haben, denn dann werden 400 Lebensmittel-Tüten an Rentner ausgegeben, die von der Altersarmut betroffen sind. „Weil die Ausgabe am Dienstag wegen des ersten Weihnachtsfeiertages ausfällt, werden die Senioren mit haltbaren Lebensmitteln versorgt“, sagt Existenzhilfe-Vorsitzender Detlef Bley. Dass es obendrauf noch ein Paket Kaffee und Kekse geben wird, dafür haben die Mitarbeiter der Firma Actega Rhenania in Wevelinghoven gesorgt. Überhaupt ziehen viele Firmen mit: Georg Staniek, Betriebsrats-Chef bei Intersnack, und seine Kollegen erfüllen etwa jedes Jahr einen großen Teil der Kinderwünsche.

Auch Bürgermeister Klaus Krützen schaute bei der Geschenkausgabe an der Merkatorstraße vorbei – und lobte die Initative der Tafel: „Ihre Arbeit lässt sich nicht hoch genug bewerten – gut. dass es die Existenzhilfe in unserer Stadt gibt.“ Viel lieber wäre es dem Verwaltungschef allerdings, „wenn ihre Arbeit überflüssig wäre“.