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Grevenbroich: Ex-Kriminalisten sollen auch im Fall Claudia Ruf ermitteln

Neue Sonderkommission in NRW : Ex-Kriminalisten sollen auch im Fall Claudia ermitteln

Das Land erprobt neue Wege der Aufklärung von Tötungsdelikten, die lange Zeit nicht gelöst werden konnten – sogenannte „Cold Cases“. Wie NRW-Innenminister Herbert Reul am Freitag ankündigte, sollen 28 pensionierte Alt-Ermittler eingestellt werden, um solche Fälle neu aufzurollen. Darunter ist auch der Fall Claudia Ruf.

Die damals Elfjährige war vor 25 Jahren in Hemmerden entführt, sexuell missbraucht und umgebracht worden. Die Leiche wurde 70 Kilometer entfernt auf einem Feldweg bei Euskirchen gefunden. An ihr konnte DNA sichergestellt werden, die vom Täter stammen dürfte. Ermittler haben sich vor mehr als eineinhalb Jahren diesem „Cold Case“ wieder vorgenommen und einen großen DNA-Massentest gestartet. „Das Ende ist noch offen“, sagte Herbert Reul. „Fälle wie dieser lassen einen nicht los.“

Noch am Freitagmorgen habe er mit dem Vater von Claudia Ruf telefoniert und vorgewarnt, dass der Fall in Zusammenhang mit der neuen, zunächst auf ein Jahr ausgelegten Ermittlungsinitiative thematisiert werde, sagte Andreas Müller, Leiter der Zentralstelle „Cold Cases“. Der Vater habe ihm versichert, er sei sehr froh, dass der Fall erneut aufgerollt worden sei. Es gehe ihm nicht um Sühne, sondern um Gewissheit.

„Wenn Sie erahnen können, was das heißt, wenn Sie als Vater die Nachricht bekommen, dass ihre Tochter geschändet und tot aufgefunden worden ist, dann haben wir die verdammte Pflicht, dranzubleiben“, unterstrich der Kriminalist, der sich seit 30 Jahren in Fallanalysen vergräbt und selbst Mord-Ermittler war.

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Wie Herbert Reul betonte, seien bereits fünf pensionierte Mord-Ermittler für die Initiative gefunden worden. Es werde weiterhin nach nach Leuten „mit einer guten Spürnase“ gesucht, „die Lust haben, jeden Stein noch mal umzudrehen, um die Täter zu kriegen“. Sie sollen auch dabei helfen, alle 1160 seit 1970 ungelösten Tötungsdelikte in die „Cold-Case-Datenbank“ des Landeskriminalamtes einzuspeisen.

(NGZ/dpa)