Grevenbroich: Evangelische Kirche setzt mit jungen Teamern auf Nachwuchs

Konfi-Teamer aus Grevenbroich : Evangelische Kirche setzt auf Nachwuchs

Kirchenaustritte, demografischer Wandel – Pfarrerin Monika Ruge setzt in der Gemeindearbeit verstärkt auf die nächste Generation. Dabei vertraut sie ihren Konfi-Teamern.

Sie sind jung und motiviert, dynamisch und überzeugt von Gottes Wort und der evangelischen Kirche. Deshalb arbeiten Maya Krabbe und Merle Zottmann (beide 14), Svea Ridders und Maximilian Tong (beide 15) zusammen mit Jakob Wahle (19) als sogenannte Konfi-Teamer. „Sie zu haben, ist sehr wichtig“, erklärt Pfarrerin Monika Ruge. „Sie stellen eine Verbindung zu den Jugendlichen her.“

Die Konfi-Teamer sind ein Baustein im Konzept „Junge Kirche“, auf das die Grevenbroicher Gemeinde setzt. In der Schlosstadt, wie anderswo auch, stagniert im besten Fall die Zahl der Kirchenmitglieder. Einhergend mit mehr Kirchenaustritten als Neumitgliedern sinken nicht nur Einnahmen, auch die Zahl aktiver Mitstreiter wird kleiner. Ehe ein Vakuum entsteht, versucht die Pfarrerin – übrigens seit 28 Jahren im Dienst, das Ordinations-Jubiläum (25 Jahre) feierte sie im April vor drei Jahren – mit anderen Gemeindegliedern quasi Reklame in eigener Sache zu machen, um die nächste Generation für die Arbeit zu begeistern. „Auch deshalb, weil im kommenden Jahr Presbyteriumswahl ansteht und wir hierfür jüngere Menschen ansprechen wollen“.

Weltweite Aktionen wie „Fridays for Future“ zeigen, wie dringend die Energie junger Leute benötigt wird“, führt Ruge aus. Konfi-Teamer gibt es seit 2011, sie unterstützen die Pfarrer bei der Konfirmandenarbeit, sbegleiten im Unterricht, aber auch bei der Konfirmandenfreizeit – und begeistern andere, die oft gleichaltrig oder doch zumindest in einer vergleichbaren Lebensphase sind, von christlicher Gemeinschaft, Gottes Wort und gelebter Religion. „Das soziale Miteinader weiterzugeben, ist mir wichtig“, erklärt Svea, selbst erst seit einem Jahr dabei, Beweggründe. Kirche sei ja nicht allein Wissensvermittlung kirchlicher Inhalte, wie beispielsweise Jesus Christus’ Biografie zu kennen, zu wissen wie ein Gottesdienst abläuft oder sich das Kirchenjahr strukturiert ist, sondern eben „gelebtes Miteinandner“, wie Maximilian, Schüler an der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule, begeistert erzählt. Animiert von seiner Schwester fand er den Weg zu Monika Ruges Teamern und mag die AUfgaben. „Kirche bedeutet eine strake Gemeinschaft. Aber losgelöst von der Gesellschaft bist du hier entspannt und musst mal nichts liefern oder können, sondern findest deine innere Mitte.“ Kalr gibt es zuweilen spöttische Kommentare Gleichaltriger, „manchmal wist du komisch angeschuat, wenn du von einem Einsatz für die Kirche erzählst“, weiß auchKäthe-Kollwitz-Schülerin Svea. „Ich konnte aber auch schon ursprünglich Desinteressierte animieren, einen Gottesdienst mitzufeiern“, sagt Maximilian. „

Neben allen wichtigen Aspekten von Glaube und Religion möchte ich auch den Spaß vermitteln, den Kirchenarbeit macht“, ergänzt Jakob, im Brotberuf Mechatroniker und bereits seit drei Jahren dabei.