Grevenbroich: Ettl-Rad wird saniert

Hingucker der Landesgartenschau 1995 wird saniert : Ettl-Rad schon bald wieder knallrot

Vom Viersener Künstler Georg Ettl für die Landesgartenschau 1995 geschaffen, ist das berühmte Kunstwerk in die Jahre gekommen. Innerhalb der kommenden 14 Tage soll es wieder in alter Pracht inmitten des Bends stehen.

Was einstmals in leuchtendem Rot unübersehbar war, ist jetzt in technische Schutzhüllen verbracht. das Ettl-Rad. In den kommenden 14 Tagen soll das berühmte Kunstwerk, so etwas wie das Wahrzeichen der Landesgartenschau 1995 und darüber hinaus ein bemerkenswertes Objekt, zu altem Glanz gelangen und umfassend saniert werden. Die Mitglieder des Verkehrsvereins um Walter Flöck haben sich das Ziel auf die Fahnen geschrieben, das Ettl-Rad in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Techniker vom RWE haben sich bereit erklärt, den symbolischen Anfang der Arbeit zu machen. Mit Stahlbürsten begannen sie am nun, alte Farbschichten abzuschleifen.

„Dank der Unterstützung von RWE können wir das Projekt kostengünstig umsetzen“, erklärte Walter Flöck. Nicht nur die abblätternde Farbe gilt es komplett abzutragen. Auf manchen Flächen zeichnet sich der sogenannte Zahn der Zeit in Form von Rost ab, anderswo hat sich Moos gebildet und auch kleinere Graffiti-Schmierereien sind auf dem vom Viersener Künstler Georg Ettl (1940–2014) für die Mäanderinsel geschaffen Werk zu sehen. Alles in allem lässt der Zustand des Kunstwerks zu wünschen übrig und auch, weil nun das Gartenschau-Jubiläum bevorsteht, muss etwas getan werden. Ab Oktober soll dann auch mit dem Pflanzenrückschnitt rund ums Objekt begonnen werden.

„Das Rad ist ein Symbol für die Verbundenheit des Bergbaus mit dieser Region“, definiert Markus Kosma, Leiter des Tagebau Garzweiler, die Bedeutung des Kunstwerks beim Kick off der umfassenden Aufhübschungsaufgaben – wenngleich unwirtliche Temperaturen um die 15 Grad sowie Nieselregel nicht gerade einladend waren.

Über eine extra angelegte Brücke, die über den Erft-Ausläufer führt, gelangen Interessierte jetzt zum Ettl-Rad im malerischen Bend an der Apfelwiese. Voraussichtlich 14 Tage sind für die Arbeiten veranschlagt. Geschützt von Folien und umgeben von einem Gerüst, ist es zur Zeit nicht zu erkennen. Norbert Brings, Malermeister und Restaurator aus Allrath, beaufsichtigt die Arbeiten. „Die alten Farbschichten werden mit Sandstrahlen bis auf das Metall entfernt werden“, erklärt er die Vorgehensweise. Anschließend werde eine Spezialgrundierung aufgetragen, auf der die für das Ettl-Rad typische Farbe aufgetragen wird.

Dabei wird auch auf den Umweltschutz geachtet. Damit keine Farbe oder andere Chemikalien in den Boden gelangen, wurde besagte Schutzfolie angelegt. Diese Spezialfolie fängt alle Farb- und Materialreste auf und wird später umweltgerecht entsorgt. Ein weiterer Vorteil: Durch die Folie kann auch bei Regen gearbeitet werden.

„Dieses Kunstwerk soll an das erinnern, was einmal mit Grevenbroich passiert ist“, führte Bürgermeister Klaus Krützen aus. „Die Erde heilen“, eine der Botschaften des Künstlers, sei noch immer passend – insbesondere unter dem Aspekt der Rekultivierung. „Vor 25 Jahren wurde das Rad gebaut. Doch in nochmal 25 Jahren wird das Kunstwerk für etwas stehen, das es einmal gegeben hat“, erklärte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke unter Berücksichtigung der derzeitigen Entwicklungen im Tagebau und dem gesamten Rheinischen Braunkohlerevier.

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