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Grevenbroich: Eschensterben an der Schwarzen Brücke

Bäume werden im Naherholungsgebiet gefällt : Eschensterben an Schwarzer Brücke

Derzeit lässt der Erftverband auf Höhe der Schwarzen Brücke bei Gilverath zahlreiche Eschen fällen. Weil die Bäume abgestorben sind, müssen sie weichen. Zu einem Kahlschlag soll es in dem beliebten Naherholungsgebiet nahe Kapellen aber nicht kommen. „Wir werden Ersatzpflanzungen vornehmen“, sagt Luise Bollig, Sprecherin des Erftverbandes.

Die Bäume sind vom sogenannten Eschentriebsterben befallen. „Die Arbeiten werden rund eine Woche dauern“, sagt Luise Bollig. Die etwa drei Hektar große Fläche soll anschließend mit standorttypischen Gehölzen wieder aufgeforstet werden – darunter Stieleichen, Hainbuchen und Kirschbäume.

Die auch als Eschenwelke bekannte Baumkrankheit wird durch einen Pilz verursacht, der durch den Wind verbreitet wird und über die Blätter in das Holz der Bäume eindringt. „Triebe und Äste verfärben sich und sterben in der Folge ab“, erläutert Bollig. Das Triebsterben ist in ganz Europa verbreitet und befällt ausschließlich Eschen.

Jüngere Bäume in dichten Beständen sind dabei stärker betroffen als ältere Einzelbäume. Erkrankte Eschen werden zudem anfälliger für andere Krankheiten oder Schädlinge, die das Absterben der Bäume beschleunigen können. „Die Maßnahmen gegen die Krankheit richten sich daher nach der Stärke des Befalls, dem Alter der Bäume und nach Verkehrssicherungsaspekten“, berichtet Luise Bollig.

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Im Stadtwald sind zahlreiche Eschen vom Triebsterben betroffen. So stark, dass Stadtförster Frank Wadenpohl davon ausgeht, dass es in zehn Jahren wohl keine einzige Esche mehr in Grevenbroich gibt. Und es gibt weitere Probleme: Ahorne müssen – wie zuletzt auf dem Strategischen Bahndamm bei Neukirchen – gefällt werden, weil sie vom Rußrindenpilz befallen sind. Darüber hinaus sterben Ulmen ebenfalls wegen eines Pilzes großflächig ab, Rosskastanien werden von einem Bakterium dahingerafft, auch Mammut- und Lebensbäume leiden unter Pilzen. Auch den Fichten geht es schlecht: Während der lang anhaltenden Trockenperiode wurden sie im vergangenen Jahr außerordentlich stark vom Borkenkäfer heimgesucht.

Seit Ende 2018 pflanzen die Mitarbeiter der Stadtbetriebe rund 11.000 neue Bäume nach. Dabei setzen sie auf Arten wie Schwarz- und Wallnuss, Kirsche, Stiel- und Traubeneichen sowie Baumhasel und den Tulpenbaum.

(wilp)