Grevenbroich: Elvis-Songs in der Villa Erckens

Villa Erckens in Grevenbroich : „Blindfish Pete“ lässt die Songs von Elvis Presley wieder aufleben

Der Düsseldorfer Musiker spielte die großen Hits des 50er-Jahre-Idols im Salon der Villa Erckens.

Ob der Begriff “Win-win-Situation” zu Lebzeiten von Elvis Presley bereits geläufig war, ist fraglich. Fest steht aber, dass jetzt in der Villa Erckens solch eine „Win-win-Situation“ gegeben war. „Blindfish Pete“, der eigentlich Peter Westheiden heißt, gestand folgendes: „Es macht mir Spaß, die Elvis Songs zu singen.“ Und was man gern macht, macht man bekanntlich gut. Und von den Gesichtern der Besucher im ausverkauften Museum, egal, ob mit Hörgerät oder Krücke, war deutlich abzulesen, wie glücklich der 69-Jährige sie mit seinem Gesang machte. Klaus Grabenhorst unterstützte ihn an der Sologitarre und der Historiker Peter Stegt breitete vor dem Publikum sein Wissen über die Legende aus, steuerte wertvolle Informationen und Einschätzungen bei.

„Ich bin Elvis-Interpret und kein Imitator“, sagte der Düsseldorfer „Blindfish Pete“, dessen Enkelin Clara mit ihren 17 Monaten das Durchschnittsalter deutlich senkte. Immerhin: Wenn man die Augen schloss, dachte man, er stünde da vorne, der Elvis, dessen Persönlichkeit Peter Stegt immer wieder kurz beleuchtete. Zu seiner ersten Elvis-Platte sei er gekommen, weil ihm das Cover so gut gefiel. Der Virus Elvis konnte wirken. Das Publikum erfuhr, dass der Hüftschwung damals noch verpönt war und im Fernsehen nicht in voller Schönheit gezeigt wurde.

„Elvis hat die Gesellschaft mit seiner Musik aufgewühlt, aber sein Management hatte ihm verboten, politische Botschaften auszusenden, gab Peter Stegt (40), der in Kaiserswerth als Gymnasiallehrer arbeitet, zu verstehen. Der „Tiger Man“ sollte ihn ein ganzes Leben lang begleiten – da musste ihn „Blindfish Pete“, der extrem sehbehindert ist, natürlich singen. Elvis gab aber trotz des „Maulkorbs“ seines Managements immer gerne ein politisches Statement, indem er beispielsweise Cissy Houston, die Mutter von Whitney Houston, auf die Bühne holte zu einer Zeit, als Rassentrennung noch wie selbstverständlich gelebt wurde.

„Wem es in der Zunge juckt, der darf gerne mitsingen“, erklärte „Blindfish Pete“. Von diesem Angebot wurde aber kein Gebrauch gemacht, die Besucher genossen es viel zu sehr, ihm zu lauschen. Der Düsseldorfer sang auch eher unbekannte Elvis-Songs, die beim kundigen Publikum ebenso gut ankamen. Klaus Grabenhorst stellte seine Gitarre beiseite und las zeitgenössische Einschätzungen über Elvis Presley vor. Was die negativen Meinungen mehr als aufwog: Für Bob Dylan hatte Elvis Vorbildcharakter. Zum Schluss dann noch ein Evergreen, wunderbar von „Blindfish Pete“ interpretiert, der durchaus als sozialkritisch zu verstehen ist: „In the Ghetto“. Das Programm kam so gut an, dass eine zweite (Abend-) Vorstellung gegeben wurde.