Grevenbroich: Eltern kämpfen weiter um Kita-Kosten

Grevenbroich: Eltern kämpfen weiter um Kita-Kosten

Mütter und Väter setzen sich für bessere Bedingungen in den Kitas ein. Dass der Rat Sofortmaßnahmen beschlossen hat, ist ihr Verdienst. Mehr aber könne die Stadt sich nicht leisten, sagt der Erste Beigeordnete Michael Heesch.

Schlussstrich nach dem monatelangen Tauziehen um die Kita-Gebühren waren die sogenannten Sofortmaßnahmen. Vom Jugendhilfeausschuss vorgeschlagen, sind sie vom Rat noch vor der Sommerpause beschlossen worden. „Aber das reicht noch nicht“, sagt Rebecca Siebert, deren von ihr initiierte Netzwerkplattform „Kita-Abzocke? Nein danke!“ diesen Etappensieg für alle Kindergarteneltern Grevenbroichs errungen hat. „Wir wollen, dass die Tabellen weiter angepasst werden“, sagt die Mutter eines Sohnes.

Kämpfen weiter für gute Kita-Bedingungen: Nadja Gladyszewski und Vera Banmann mit ihren Kindern Mila und Lina und Lev zusammen mit Rebecca Siebert. Foto: Tinter, Anja (ati)

Pünktlich zum neuen Kindergartenjahr hat der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW die Elternbeiträge in 57 Kommunen verglichen und dafür die kreisfreien Städte sowie die Kommunen mit mehr als 60.000 Einwohnern herangezogen. Die Art der Erhebung und die Höhe der Beiträge fallen in den untersuchten Kommunen sehr unterschiedlich aus – bei den Höchstbeträgen mischt Grevenbroich ganz vorne mit. „Auch nach den ersten Veränderungen“, wie Nina Kunze sagt. „Wir sind noch nicht am Ziel, das kann nicht das Ende der Fahnenstange sein“, beschreibt die dreifache Mutter die lineare Anpassungen um zwei Prozent und und Erhöhung des Freibetrags.

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Wie in anderen Bundesländern – derzeit geht durch Bayern eine Netzpetition zur kompletten Abschaffung der Kita-Gebühren – wolle man auch in der Schlossstadt weiter kämpfen. „Wir wissen, dass Grevenbroich nicht die reichste Stadt ist“, ist sich Rebecca Siebert der finanziellen Situation bewusst, aber wer mit Familienfreundlichkeit wirbt, müsse eben auch etwas für diese Auszeichnung tun. „Wir sind jetzt natürlich gespannt, was der Arbeitskreis weiter bewegen wird“, sagt sie über die Fachgruppe, die nach der politischen Sommerpause weiter am Thema arbeiten soll.

Insgesamt 240.000 Euro groß ist das Defizit, das die Sofortmaßnahmen für den städtischen Haushalt bedeuten, rechnet Erster Beigeordneter Michael Heesch vor, was die Abänderung von Kita-Stichtag, Anhebung des Freibetrags und Änderung der Gebührentabelle für die ohnehin klamme Stadtkasse bedeuten. „Wir sind schon gut und sozial aufgestellt“, bilanziert der Erste Beigeordnete die Situation nach dem Inkrafttreten der Sofortmaßnahmen. Mehr als die Hälfte der Grevenbroicher Kindergartenkinder seien damit beitragsfrei, führt er aus. „Das ist schon eine ganze Menge“, sagt Heesch zufrieden. Mehr könne die Stadtverwaltung allerdings nicht machen, sagt er mit Blick auf nun möglicherweise anstehende Impulse, die „aus der Politik kommen“ müssten..

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