1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Eltern beklagen Kinder-Betreuung in Kapellen

Zu wenig Tagesstätten-Plätze in Kapellen : Eltern bemängeln Kinder-Betreuung

Zu wenig Tagesstätten-Plätze in Kapellen. Grundschule wird ab 2020 erweitert.

Wie ist der Stand der Planung bei Schule, Ogata und Kindertagesstätte? Unter diesem Motto stand jetzt ein Bürgertreff des CDU-Ortsverbandes. Zahlreiche Interessierte waren gekommen, denn die soziale Infrastruktur in Kapellen ist für viele ein kritisches Thema. Etliche junge Familien sind in das Neubaugebiet gezogen, haben aber nicht die erwarteten Betreuungsmöglichkeiten für ihren Nachwuchs gefunden.

„Die positive Entwicklung des Neubaugebietes führt bereits seit Jahren zu massiven Herausforderungen für die Kitas und die Grundschule in Kapellen“, machte die CDU-Ortsverbandsvorsitzende Maria Becker deutlich. Obwohl es stadtweit 1743 Plätze für Kinder über und 377 Plätze für Kinder unter drei Jahren gibt, hapert es im Ort an der Kita-Betreuung. „Die Versorgungsquote liegt hier aktuell bei 77 Prozent“, berichtete Jugendamtsleiterin Birgit Schikora.

Viele Eltern brachten ihren Unmut hierüber zum Ausdruck, immerhin sei ihnen beim Kauf der Grundstücke im Neubaugebiet ein kinderfreundliches Grevenbroich versprochen worden. „Wir können nichts für die Verkaufs-Prospekte“, meinte der Erste Beigeordnete Michael Heesch, der zudem auf die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen hinwies. „Das Geld, das wir nicht haben, geben wir in die Daseinsfürsorge.“ Zudem sei es schwierig, geeignetes Personal für die Kitas zu bekommen. Der Arbeitsmarkt sei leergefegt.

Immerhin gibt es einen Lichtblick: Nach einem Beschluss des Rates wird die Grundschule erweitert. Geplant sind acht zusätzliche Räume, dafür müssen vier bestehende Pavillons abgerissen werden. Aus Sicht der Eltern ist die Offene Ganztagsgrundschule im Ort ein Problem. „Viele melden ihre Kinder zurzeit gar nicht erst an, da sie keine Perspektive auf einen Platz sehen“, sagte ein Vater. „Wie groß ist die Chance, dass meine Kinder im nächsten Jahr einen Platz in Grundschule und Ogata finden werden?“, wollte eine Mutter wissen. Laut Michael Heesch soll 2020 mit dem Erweiterungsbau begonnen werden, er könne im Sommer 2021 eröffnet werden. Zur Platzvergabe könne er sich aber nicht äußern, da diese eine schulinterne Angelegenheit sei.

„Kapellen ist super, aber die fehlenden Plätze in Kita, Grundschule und Ogata sind nicht in Ordnung“, sagte eine Mutter. Unter Beifall wies die Neu-Kapellenerin darauf hin, dass unter diesen Voraussetzungen mit dem dritten Abschnitt des Neubaugebiets nicht begonnen werden dürfe. Wie Ratsherr Ralf Cremers betonte, habe die CDU per Antrag gefordert, dass eine Kita im dritten Bauabschnitt zwingend erforderlich sei. Zudem werde sich die Union dafür einsetzen, dass auch die Schule entsprechende Kapazitäten haben müsse, wenn die Erweiterung des Baugebiets realisiert werde.

Cremers kündigte einen Prüfantrag an: Die Stadtverwaltung soll ermitteln, wie viele Räume perspektivisch notwendig seien.

(NGZ)