Grevenbroich: Eine Feldenkrais-Lehrerin macht sich auf den Weg zu mehr Toleranz

Grevenbroicherin gegen Rechts: Zu mehr Toleranz auf den Weg machen

Bloß darüber zu sprechen reicht ihr nicht. Monika Baltes ruft Gleichgesinnte auf, sich für Frieden und Toleranz zu engagieren.

Seit Beginn dessen, was seit 2015 „Flüchtlingskrise“ genannt wird, gibt es mehr oder weniger rechtsradikale Tendenzen. „Alle spüren das, alle finden es schlimm, aber meist bleibt es dann bei Lippenbekenntnissen, etwas dagegen zu setzen“, fasst Monika Baltes ihre Eindrücke zusammen. Sie selbst möchte einen Kontrapunkt gegen diese Entwicklung stellen – nicht im stillen Kämmerlein, sondern öffentlich. Sie ruft zur Bewegung für Frieden und Toleranz auf.

Als politische Aktivistin sieht sich die 70-Jährige nicht, „mit einer Flagge zu laufen ist nicht meins. Aber ich möchte gerne etwas machen“. Inspiriert, nein: „regelrecht elektrisiert“ das jetzt zu tun, hat sie eine Aussage von BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken in der Rheinschen Post. Jeder könne sich engagieren, forderte er. „Ich kann zwar nicht singen oder Musik machen, aber mit meinen Fähigkeiten etwas bewirken“ – ihr Mittel ist die Bewegung. Seit 2000 arbeitet die Münchrathein als Heilpraktikerin. Zu ihren Behandlungsschwerpunkten gehören neben psychologischen Beratungen und klassischer Homöopathie auch Laufen, Walken und Gehen nach der Feldenkrais-Methode. Dabei gelte es, Körper und Geist als Einheit zu sehen. Ziel ist, dank sportlicher Einlassungen, letztlich dem Prinzip vom gesundem Geist im gesunden Körper zu folgen. „Es geht darum, den Kopf frei zu bekommen, Bewusstsein zu schaffen“, führt die Heilpraktikerin aus. Denn wer Blockaden mittels kleiner und großer Bewegungen abbaut, verlässt ausgetretene Gedankenbahnen, legt neue Denkpfade im Gehirn an und ist frei für neue Gedanken. „Wer im Frieden mit sich selbst lebt, ist aufgeschlossen für positive Impulse“, und muss nicht angstvoll mit neidischem Blick auf andere gucken. „Die Leute sind anscheinend oft nicht bei sich, haben nicht nur die Wahrnehmung für sich selbst, sondern ebenso für gesellschaftliche Entwicklungen verloren“, fasst sie ihre Eindrücke zusammen

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Sich für Frieden und Toleranz in Bewegung zu setzen, dazu ist Monika Baltes entschlossen und hofft, weitere Unterstützer für ihre Sache zu finden. Als sie im Vorfeld im Freundeskreis herum fragte, sei die Resonanz gut gewesen. Sonntag, 30. September, will sie dazu Grevenbroicher animieren. „Den Sonntag habe ich gewählt, weil der Marktplatz dann ungenutzt und leer ist“, beschreibt sie den idealen Versammlungsort. Und als Adresse im herzen der Stadt eignet sich das Areal auch deshalb, weil von dort der Weg in den Bend verlaufen soll. „Jeder ist zur Aktion herzlich willkommen“, lädt sie vom Einsteiger bis zum erfahrenen Feldenkrais-Gehen alle Gleichgesinnten ein, „die sich und etwas bewegen wollen“. Und jenseits des politischen Signals sei die Sonntagsaktion ein guter sportlicher Termin. „Wer weiß, wie das richtige Laufen funktioniert, tut sich damit viel Gutes“, sagt sie. Es geht nämlich nie darum, kräftig zu laufen, sondern die eigene Körperschwerkraft für sein Fortkommen zu nutzen, fügt sie hinzu.