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Grevenbroich: Dreierbündnis will keine Einbahn-Regelung auf der Bahnstraße

CDU, UWG und FDP zum Stadtentwicklungs-Projekt in Grevenbroich : Dreierbündnis: Keine Einbahn-Regelung auf der Bahnstraße

CDU, UWG und FDP legen ihre endgültige Stellungnahme zum zweiten Bauabschnitt vor. Vorschlag: „Begegnungszone“ statt „Shared Space“-Konzept.

CDU, UWG und FDP haben jetzt einen neuen, wie es heißt endgültigen Vorschlag zum zweiten Bauabschnitt der Bahnstraße formuliert. Mitte November hatten sich die drei Fraktionen noch für einen Umbau zur Einbahnstraße ausgesprochen. Jetzt – nach erneuten Informationsgesprächen mit dem Planungsbüro MWM – sprechen sie sich aber für eine Lösung im Zweirichtungsverkehr aus. Zwar könne dabei auch das von SPD und Mein Grevenbroich favorisierte Modell „Shared Space“ (Geteilter Raum) umgesetzt werden, das Dreierbündnis befürwortet aber einen Radweg, der vom Bahnhof bis zum ersten Bauabschnitt führen soll.

„Die Umgestaltung der ,kleinen’ Bahnstraße hat gezeigt, dass dort das ,Shared Space’-Konzept nicht angenommen wird“, sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Die Idee, dass Auto- und Radfahrer gleichberechtigt die Fahrbahn nutzen sollen, führe dort immer wieder zu Konfliktsituationen. „Radler fühlen sich nicht sicher, sondern eher bedrängt. Toleranz und Akzeptanz haben sich nicht durchgesetzt“, konstatieren die drei Fraktionen. Auf dem zweiten, viel längeren Bauabschnitt dürfe sich diese Erfahrung noch verschärft fortsetzen, „zumal auch noch Fußgänger am Raum partizipieren sollen“.

Und so soll die Bahnstraße nach Vorstellung von CDU, UWG und FDP einmal aussehen: Der Verkehr soll künftig mit Tempo 20 auf einer 5,50 Meter breiten Fahrbahn fließen. Um die Geschwindigkeit zu drosseln, sollen zum Beispiel Baumscheiben in die Fahrbahnhälften integriert werden. Das Planungsbüro MWM habe deutlich gemacht, dass ein Zweirichtungsverkehr dort ohne rechtliche Probleme möglich sei. „Das hat uns gemeinsam dazu gebracht, nochmals im Sinne der Bürgerschaft die Gesamtmaßnahme abzuwägen“, betont der CDU-Chef.

Auf einer Seite der Bahnstraße soll ein 2,50 Meter breiter, rot markierter Zweirichtungs-Radweg angelegt werden, mit einem 50-Zentimeter-Sicherheitsstreifen zur Fahrbahn. Gegenüberliegend sollen keine Block-, sondern Längsparkplätze entstehen. Für Gehwege sind in dem Konzept der drei Fraktionen beidseitig jeweils mindestens 2,50 Meter eingeplant.

„Ziel ist es, den Verkehr, der in Richtung Ostwall und Lindenstraße will, direkt über die äußere Spange (Montzstraße) zu führen“, sagt Kaiser. Daher müsse überprüft werden, ob das Linksabbiegen aus der mittleren Bahnstraße in den Ostwall verboten werden kann. Sollte das der Fall sein, müsse am Platz der Deutschen Einheit ein Hinweisschild aufgestellt werden. Zudem soll die Stadt auch untersuchen, ob die Bahnstraße als „Begegnungszone“, ähnlich dem „Shared Space“-System, ausgebildet werden kann. Dort hätten Fußgänger dann Vorrang vor Autos.

Für den fertiggestellten ersten Abschnitt fordern die drei Fraktionen einen Umbau: Die Fahrbahn soll um 50 Zentimeter auf 5,50 Meter verbreitert, alle Blockparkplätze – auch die zwischen der Erftbrücke und der Graf-Kessel-Straße – sollen in Längsparker umgewandelt werden. Was den dritten Abschnitt betrifft: Auf der Rheydter Straße soll es beim Zweirichtungsverkehr bleiben, aus der „kleinen“ Bahn- und der Dechant-Schütz-Straße sollen wie geplant Einbahnstraßen werden.