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Grevenbroich Drei Kugeln Eis fürs Bücherlesen in der Südstadt-Bücherei

Lesemotivation in Grevenbroich : Drei Kugeln Eis fürs Bücherlesen

Neue Wege geht die Bücherei St. Josef in der Südstadt: Kinder, die eifrig Bücher ausleihen, werden mit einem Eis belohnt. Für Erwachsene bietet das Team um Melanie Bremer etwa einen Literaturkreis und eine Lesung.

Lesen bildet und macht Spaß – und es ist lecker, zumindest für Kinder und Jugendliche, die bei der Aktion „Lese(S)pass“ der katholischen öffentlichen Bücherei St.Joseph in der Südstadt teilnehmen. Als Belohnung für acht Ausleihen an verschiedenen Tagen können sie sich auf ein Eis im Grevenbroicher Eiscafé Roma freuen. Die Lesermotivation der süßen Art ist nicht die einzige Neuerung des zwölfköpfigen Büchereiteams um Leiterin Melanie Bremer.

„Wir haben überlegt, wie wir es erreichen, dass mehr Kinder und Jugendliche zu uns in die Bücherei kommen“, berichtet Melanie Bremer. Zwar sei der Zulauf bei Kindern im Kita-Alter gut. Wir kooperieren mit zwei Kindergärten.“ Die Kleinen machen den Bibliotheksführerschein – „Ich bin bibfit“ heißt die Aktion. Doch Jungen und Mädchen im Schulalter würden viel seltener Bücher ausleihen. „Ab der fünften Klasse kommen nur noch vereinzelt Kinder“, sagt Melanie Bremer.

Drei Kugeln Eis für eifriges Bücherausleihen. Büchereileiterin Melanie Bremer (r.) zusammen mit dem Eiscafé-Team um Murat Akcakaya. Foto: Bücherei St. Josef/VBüherei St. Josef

Das will das Team mit der bis zum 30. September laufenden „Lese(P)ass“-Aktion nun ändern und einen Anreiz zum Lesen geben. Das Vorbild dafür fand die 43-Jährige, die seit acht Jahren die Bücherei leitet, in Hessen, „die Idee fand ich gut“. Und so geht es: In der Bücherei wird Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahren ein Lesepass ausgestellt. Nach acht Ausleihen von Büchern, CDs und DVDs an unterschiedlichen Tagen können sich die jungen Leser drei Kugeln Eis im Eiscafé Roma von Murat Akcakaya an der Kölner Straße in der Innenstadt abholen, der die Aktion sponsert. „Das ist für uns ein Muss. Wir unterstützen, wenn etwas für Kinder getan wird. Ich finde die Aktion gut,“ betont der 45 Jahre alte Vater von zwei 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen. Vor dem Eis ist aber erst einmal Lesen angesagt: „Wir haben unter anderem alle Bände von Gregs Tagebuch, aber auch etwa Harry Potter, Mein Lotta-Leben und das Magische Baumhaus“, nennt Bremer einige Bücher aus dem Bestand.

Doch nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene lässt sich das Bücherei-Team so manches einfallen. Die Katholischen öffentlichen Büchereien im Erzbistum sind Treffpunkte für Gemeindemitglieder und auch für andere Menschen – „wichtige kulturelle Orte für unterschiedlichste Zielgruppen“, wie es in Köln heißt. Die Bücherei ist längst mehr nur da, um Bücher auszuleihen, sondern auch Ort für Begegnung und Veranstaltungen

In der Bücherei St. Joseph ist im vergangenen Jahr zu einem seit langem bestehenden Gesprächskreis ein Literaturzirkel „LitGreviS“ hinzugekommen. „Magda Gladbach-Schmitz stellt dabei ein Buch zu einem bestimmten Thema vor, über das dann diskutiert wird“, berichtet Melanie Bremer.

Am 4. Juli,19.30 Uhr, kommt Krimi-Autorin Moa Graven zu einer Premieren-Lesung zu ihrem Werk „Der Duft von Wildrosen“ in die Bücherei. Es soll nicht beim Genuss für die Ohren bleiben: Neben der Lesung werden ein Fingerfood-Buffet und ein Glas Aperol Sprizz beziehungsweise ein kühles Jever angeboten. Karten gibt es im Vorverkauf für neun Euro in der Bücherei, im Pfarrbüro von St. Joseph in der Südstadt sowie in der Mayerschen Buchhandlung in der Grevenbroicher Fußgängerzone.

Moa Graven ist Ostfriesin und schreibt seit sechs Jahren Kriminalromane. Mit 50 Jahren schrieb sie einen Fortsetzungskrimi für ein Monatsmagazin. Daraus wurde mehr: Seit 2017 lebt die Autorin vom Schreiben, und sie eröffnete ein Krimihaus in Rhauderfehn. Ihre mehr als 50 Krimis wurden über 400.000 Mal im Eigenverlag verkauft. Bei der Lesung am 4. Juli in Grevenbroich wird Moa Graven ihren aktuellen Fall ihrer Ermittlerin Eva Sturm von der Insel Langeoog vorstellen.