Grevenbroich: Doppelspitze Philipp Bolz und Jürgen Linges führen die Stadt-SPD

Sozialdemokratie in Grevenbroich : Doppelspitze führt die Stadt-SPD

Philipp Bolz (23) und Jürgen Linges (54) wollen frischen Wind in den Stadtverband bringen. Ein Ziel: Das Durchschnittsalter der Mitglieder soll gesenkt werden.

Die SPD wird nun von einer Doppelspitze angeführt: Philipp Bolz (23) und Jürgen Linges (54) wollen gemeinsam frischen Wind in die Grevenbroicher Sozialdemokratie bringen. Die Mitgliederversammlung entschied sich jetzt für das Zweier-Team – und für einen deutlich verkleinerten Vorstand. Der bisherige Stadtverbands-Chef André Thalmann hatte sich für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung gestellt.

Der eine jung, der andere ein alter Hase – „das ist die richtige Mischung“, meint Jürgen Linges, der seit 34 Jahren der SPD angehört und zuversichtlich auf die Teamarbeit blickt: „Wir werden uns sehr gut ergänzen.“ Das gemeinsame Ziel der beiden Vorsitzenden: „Die Stadtpartei muss fit für die Zukunft gemacht werden“, sagt Philipp Bolz, der seit 2015 zu den Genossen gehört. Zwar sei die Grevenbroicher SPD mit rund 400 Mitgliedern noch relativ stark aufgestellt – doch: „Nur elf Prozent sind unter 35 Jahre alt“, sagt Bolz. „Wir müssen daran arbeiten, dass die Partei jünger wird.“

Der Allrather ist gut vernetzt, gehört mehreren Vereinen an und hat Kontakt zu jungen Leuten. „Ich hoffe auf meine Menschenfischer-Qualitäten, und dass ich Jugendliche für die politische Arbeit interessieren kann“, sagt Philipp Bolz. Das Vertrauen des Bürgermeisters hat er: Der 23-Jährige wird als „Manager“ den Kommunalwahlkampf von Klaus Krützen organisieren. „Wir sind schon in der Planung und haben bereits einige gute Ideen geschmiedet“, betont Bolz. Krützen hat sich bereits für eine erneute Kandidatur ausgesprochen, die offizielle Nominierung im nächsten Frühjahr dürfte lediglich Formsache sein. „Klar, Klaus ist unser Mann“, sagt Jürgen Linges.

Bis zum Herbst will die Parteispitze sämtliche Kandidaten für die Stadtratswahl festgelegt haben. „Das wollen wir recht früh über die Bühne bringen“, sagt der 54-Jährige. „Wir möchten ihnen damit ausreichend Zeit geben, sich bei den Wählern vorzustellen.“ Was die SPD nach Meinung von Philipp Bolz brauche: „25 Kümmerer in 25 Wahlkreisen, die noch stärker als bisher im Dialog mit den Bürgern stehen.“ Die SPD habe durchaus gute Chancen, nach der Wahl wieder als starke Fraktion in den Rat einzuziehen, denn: „Der Bundes-Trend greift in Grevenbroich nicht“, meint Jürgen Linges.

Der mit dem Kohleausstieg verbundene Strukturwandel ist ein weiteres Thema, dem sich der neue Vorstand widmen möchte. „Wenn 2023 massiv Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden, verlieren wir viele Arbeitsplätze in unserer Stadt – das gilt es zu kompensieren“, sagt RWE-Mitarbeiter Linges. „Wir brauchen neue Ideen, um Investoren nach Grevenbroich zu holen – da müssen wir Gas geben.“ Die Parteispitze will sich zudem einmischen, wenn es um die Verteilung der Strukturwandel-Fördermittel geht. „Wir wollen, dass die Kommune an der Entscheidung beteiligt wird“, stellt Jürgen Linges klar.

Der Stadtverbandsvorstand ist von 15 auf neun Mitglieder verkleinert worden – „das bringt uns kürzere Entscheidungsprozesse und kürzere Wege in in die Mitgliedschaft“, sagt Jürgen Linges. Zum neuen Führungsstab der SPD gehören die Vize-Vorsitzenden Daniel Kober und Ludwig Jedrowiak, Kassiererin Cecilia Schwab, Schriftführerin Frederike Küpper sowie die Beisitzer Wolfgang Götz, Gunter Schillings und Christian Stupp.

(wilp)