Grevenbroich: Diskussion um Tagesstätte in Wevelinghoven

Millionenprojekt in Wevelinghoven : Diskussion um neue Kindertagesstätte

Fachausschuss tagte hinter verschlossenen Türen zum Kita-Bau am Böhnerfeld.

Gut zweieinhalb Stunden lang sollen sie hinter verschlossenen Türen diskutiert haben, die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses. Letztlich haben sie sich nach Informationen unserer Redaktion dazu durchgerungen, den Bau und die Trägerschaft der geplanten Kindertagesstätte am Böhnerfeld in die Hände des in Kaarst ansässigen Evangelischen Vereins für Jugend- und Familienhilfe zu übergeben. Dabei soll es Enthaltungen auf Seiten der SPD gegeben haben.

Im öffentlichen Teil der Sitzung hatte der Erste Beigeordnete Michael Heesch die Pläne für die neue Kita vorgestellt. Die Tagesstätte soll Platz für fünf Gruppen mit 100 bis 110 Plätzen bieten, in allen Gruppen sollen auch Kinder im Alter unter drei Jahren betreut werden. Nach den Plänen der Verwaltung soll die Stadt als Mieter auftreten – das wäre auf lange Sicht günstiger, so Heesch.

Nach der Wirtschaftlichkeitsberechnung der Stadt, kommt die Miet-Lösung über einen Zeitraum von 30 Jahren rund 3,9 Millionen Euro preiswerter. Die Baukosten werden auf 3,2 bis 3,5 Millionen Euro geschätzt. Würde die Stadt das Gebäude selbst errichten, müsse sie im Laufe von drei Jahrzehnten insgesamt 26,3 Millionen Euro zahlen. Mietet sie den Komplex dagegen von einem Dritten an, muss sie nach Berechnung der Verwaltung lediglich 22,3 Millionen Euro aufwenden.

  • Neue Kindergarten-Plätze in Grevenbroich : Die Stadt will neue Kita am Böhnerfeld anmieten

War die Stimmung im öffentlichen Teil der Sitzung noch harmonisch, soll sie anschließend umgekippt sein. Denn das von der Verwaltung vorgeschlagene Verfahren soll vor allem Fragen bei der SPD aufgeworfen haben. Die Sozialdemokraten wollten nach Informationen unserer Redaktion noch weitere Angebote einholen, von anderen Trägern oder Investoren. Auf CDU-Seite soll das auf Unverständnis gestoßen sein – vor allem mit Blick auf die mehr als 200 Tagesstätten-Plätze, die derzeit in der Stadt fehlen. Die Union drängte angeblich darauf, endlich zu Potte zu kommen.

Offizielle Stellungnahmen wurden gestern nicht abgegeben zur Sitzung hinter verschlossene Türen. Auch nicht vom Ersten Beigeordneten Michael Heesch, der sich am Tag danach krank gemeldet hatte. Wie es heißt, soll der von der Verwaltung vorgeschlagene Weg schließlich mehrheitlich vom Jugendhilfeausschuss befürwortet worden sein, bei Enthaltungen der SPD. Das letzte Wort hat der Rat, der sich am Donnerstag, 13\. Dezember, mit der Thematik abschließend befassen wird.

Nach den bisherigen Plänen soll die neue Kita im August 2019 an den Start gehen. Michael Müller vom Grevenbroicher Büro „Schmale Architekten“ hat bereits die Pläne vorgelegt – sie sehen eine lichte Modulbauweise mit Platz für pädagogische Konzepte im Stil von Spiel-Terrassen und Matsch-Räumen vor. Der Evangelische Verein für Jugend- und Familienhilfe hatte im Sommer vergangenen Jahres bereits die Kindertagesstätte am Kerbelweg in Kapellen übernommen.

(wilp)
Mehr von RP ONLINE