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Grevenbroich: Diskussion um Namensstele auf Friedhof geht weiter

Schmetterlingsfeld für tot geborene Kinder : Diskussion um Namensstele auf Grevenbroicher Friedhof geht weiter

Die CDU-Fraktion beantragt, die nachträglich am Rand des Schmetterlingsfeldes auf dem Friedhof an der Montanusstraße errichtete Stele zu entfernen oder an einen anderen Standort zu versetzen. Das Konzept der Anlage für tot geborene Kinder sehe Anonymität vor.

Die am Rande des Schmetterlingsfeldes aufgestellte Namensstele auf dem Grevenbroicher Friedhof soll dort entfernt werden. Das beantragte jetzt die CDU. Die Stele könne aber „an einem „geeigneten alternativen Standort“ wieder aufgestellt werden“, erklärte Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Damit geht die Debatte um die Holzstele weiter.

Bereits vor Jahren wurde auf dem Friedhof an der Montanusstraße die Erinnerungsstätte für tot geborene Kinder geschaffen, mit aktiver Beteiligung von Bürgern. Nachträglich hatte die Stadt am Rand der Rasenfläche die Holzstele errichtet, auf der erste Namen zum Gedenken stehen. Bei dieser Änderung sei der Umwelt- und Landschaftspflegeausschuss nicht beteiligt worden, hatte CDU-Ratsherr Ralf Cremers kritisiert. Und der Grevenbroicher Steinmetzmeister Michael Geuer hatte betont, dass die Namensstele nicht „zum Konzept, zu dem Anonymität gehört“, passe.

Das sieht auch die CDU-Fraktion so: „Konzeptionell wurde bewusst auf das Aufstellen von Grabsteinen mit Namen der bestatteten Kinder verzichtet; denn nicht jedes Kind, das tot zur Welt kommt, hat einen Namen. Die Anbringung einzelner Namen kann für betroffene Eltern einen immensen psychischen Druck bedeuten“, erklärt Kaiser. „Wir bitten die Verwaltung daher, die Stele in unmittelbarer Nähe des Schmetterlingsfeldes zu entfernen und die ursprüngliche Konzeption zu respektieren.“

 An der Holzstele sind Tafeln für Namen angebracht.
An der Holzstele sind Tafeln für Namen angebracht. Foto: Carsten Sommerfeld
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Die Verwaltung spricht sich weiter gegen das Entfernen der Stele aus. „An die Stadt war der dringliche Wunsch von Eltern herangetragen worden, die im Umfeld des Schmetterlingsfeldes einen persönlichen Erinnerungsort haben möchten“, sagt Stadtsprecher Stephan Renner. „Wir halten es aus Pietätsgründen nicht für angebracht, die Stele, an der Namen stehen, dort zu entfernen.“ Die Stadtbetriebe hätten die Stele bewusst neben dem Feld errichtet. Zudem handele es sich „um ein Geschäft der laufenden Verwaltung, wir sehen keine Zuständigkeit des Umweltausschusses“.