Grevenbroich: Die Künstlerinnen der Villa Erckens feiern Zehnjähriges

Gründüng in Grevenbroich : Die Künstlerinnen aus der Villa Erckens

Vor zehn Jahren gegründet, feiert das von Frauen gegründete Künstlerkollektiv im Herbst seinen ersten runden Geburtstag. Für die Feier werden die Aktiven erstmals ihr Stammhaus in Richtung Innenstadt verlassen.

Von Valeska von Dolega

Es ist eine kleine Gruppe von sechs Frauen, und größer möchte das Künstlerkollektiv auch nicht sein. „Schließlich sind wir kein Verein“, beschreibt Ursula Gabler einen wesentlichen Punkt der „eingeschworenen Gemeinschaft“, wie Christa Mülhens-Seidl ergänzt. „Bei uns stimmt die Chemie“, spricht Helga Wieczorek für alle. Wie bei einem „alten Ehepaar haben sich im Verlauf der Jahre die Ecken abgeschliffen“, was bleibt ist Harmonie. „Wenngleich wir trefflich kontrovers debattieren“, wie Ursula Schachschneider sagt. Als Künstlergruppe Villa Erckens feiern sie zusammen mit den weiteren Mitgliedern Ingrid Horst und Sylvia Moritz im Herbst ihr zehnjähriges Bestehen.

„Fürs Jubiläum arbeiten wir gerade an einer Fotochronik“, berichten die Künstlerinnen. Das Heft soll etwa 30 Seiten stark werden und den Werdegang der Gruppe dokumentieren. Natürlich mit entsprechenden Abbildungen von Arbeiten der Kreativen. Entstanden aus dem „Arbeitsplatz Kunst“ war es letztlich Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack, der aus einem losen Haufen Interessierter ein Band in Richtung Gruppe per Stammtisch anbot. „Einander besser kennenlernen, sich gegenseitig in den Ateliers besuchen und sich im Kreativprozess auszutauschen, waren und sind unsere Anliegen“, erzählen sie übereinstimmend.

Werktechnisch vertreten sind seit ihrer Gründung 2009 die Sparten Fotografie durch Ingrid Horst, Keramik durch Ursula Gabler und unterschiedliche Malstile durch die anderen vier, und damit sind wichtige Genres vorhanden. Und obwohl jede der sechs Frauen eigenständig ihren persönlichen Stil pflegt, ist das Stichwort „Gestaltung die Klammer, die uns zusammenhält“, wie Ingrid Horst sagt. Gibt es Fragen zu Techniken oder Ausarbeitungsmöglichkeiten, profitieren die Frauen untereinander vom jeweiligen Können und Wissen der anderen. Kommunikation wird in diesem Kreis gepflegt und ist den Freundinnen wichtig.

Dieses Phänomen ist besonders schön bei gemeinsamen Ausstellungen zu beobachten. „Das ist immer spannend“, unter einem gewissen Thema, das sie gemeinsam entwickelt haben, „hat dann jede ihr Päckchen und in ausführlichen Diskussionen bestimmen wir, wohin welches Werk kommt“, beschreibt Ursula Schachschneider die übliche Vorgehensweise.

Und zuweilen entstehen gemeinsame Projekt wie beispielsweise 2014 rund um die Schau „Grevenbroicher Niederrheiner“ – die aus diesem Anlass geschaffene, gleichnamige Skulptur findet sich neben der Treppe zum Eingang des Museums. Im Kollektiv arbeitet die Gruppe auch 2016, damals entstand rund um die „Lange Museumsnacht“ eine Flüchtlingsskulptur. „Wir haben viele Anfragen, sind offensichtlich eine etablierte Gruppe“, freuen sich die sechs Frauen über Resonanz und Interesse. Sonst vorwiegend in Museen und artverwandten Räumen zu sehen, beschreiten sie anlässlich ihres zehnten Geburtstages einen neuen Weg: Ein Wochenende im Oktober werden sie eines der leerstehenden Ladenlokale in der Coens-Galerie als Treffpunkt und Showroom für ihre Zwecke nutzen.

„Dort wollen wir mit Freunden und allen Interessierten feiern“, macht die Künstlergruppe Villa Erckens schon jetzt Appetit auf ihr (Geburtstags-)Fest. Interessierte sind dann natürlich willkommen.

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