Grevenbroich: Die heimliche Weltmeisterin aus Elsen

Barbara Köster war erfolgreiche Tänzerin: Die heimliche Weltmeisterin aus Elsen

Barbara Köster aus Elsen ist stadtbekannt als Tanzlehrerin. In ihrer Jugend war sie eine erfolgreiche Formationstänzerin und nahm an der Weltmeisterschaft 1973 in New York teil. Zur Titelverteidigung kam es jedoch nicht.

Das Silberne Lorbeerblatt ist die höchste sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland. Barbara Köster (65) ist im Besitz dieses seltenen Preises – obwohl: Das Original hat sie nicht mehr, denn das wurde von Einbrechern gestohlen, mitsamt vielen anderen Auszeichnungen in Gold und Silber, die sie als erfolgreiche Latein- und Standardtänzerin errungen hat. Ein guter Freund besorgte in Berlin aber ein neues „Blatt“ – „und das ist sogar noch schöner als das alte“, sagt Barbara Köster.

Genau 45 Jahre ist es nun her, dass sie diese Auszeichnung gemeinsam mit dem Team des Tanzsportclubs TD Rot-Weiß Düsseldorf errungen hat. „Das war eine sehr schöne Zeit“, erinnert sich die heute 65-Jährige. Anfang der 70er Jahre hatte Barbara Köster ihre Leidenschaft für den Tanz entdeckt, als sie wie viele andere Teenager eine Tanzschule besuchte. „Ich blieb dran, weil mir dieser Sport lag“, erzählt die gebürtige Bonnerin, die ihre Kindheit und Jugend in Düsseldorf verbrachte.

Ein Leben lang passionierte Tänzerin: Barbara Köster. Foto: Wiljo Piel

Schon 1971 gehörte Barbara Köster mit ihrem Partner Heinz Fischer zur Formation der TD Düsseldorf und stand mit sieben weiteren Paaren auf dem Turnier-Parkett. Recht  bald stellten  sich tolle Erfolge ein: In Oldenburg holte sich das Team 1973 den Titel des Deutschen Meisters – und dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Erst folgte die Europa-, dann die Weltmeisterschaft – alles im selben Jahr.

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„Für die WM in New York haben wir alle lange sparen müssen, denn Flug und Aufenthalt wurden nicht gesponsert“, berichtet Köster. Im noblen Hilton trat das Team ebenso an wie im historischen Roseland Ballroom. Köster war damals 20 Jahre alt – und errang mit der Formation den Weltmeistertitel in den Lateinamerikanischen Tänzen. „Das war wunderbar“, erinnert sich die Elsenerin und blättert in ihrem Fotoalbum mit den vielen großformatigen Erinnerungsbildern von der Amerika-Reise. Zur Titelverteidigung in Japan kam es allerdings nicht. „Die Weltmeisterschaft wurde leider abgesagt“, bedauert Köster.

Mit ihrem Team holte die Elsenerin fünf Mal den Deutschen sowie jeweils zwei Mal den Europa- und Weltmeistertitel in den Lateinamerikanischen Tänzen, außerdem wurde die Formation zwei Mal Blackpool-Sieger. Dafür gab es im November 1973 das „Silberne Lorbeerblatt“ aus der Hand von Bundespräsident Gustav Heinemann. „Das war mit einem großen Presserummel verbunden“, sagt Köster.

In den Reihen von TD Düsseldorf hatte sie damals einen gewissen „Charly“ Köster kennen und lieben gelernt – das Paar beschloss, gemeinsam eine Tanzschule zu gründen. An der Rheydter Straße in Elsen fanden sie die passenden Räume – und zwar in einem ehemaligen, stark renovierungsbedürftigen Kino. Der Rest ist Grevenbroicher Tanzschulen-Geschichte.

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