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Grevenbroich: Der Abriss der Zille hat endlich begonnen

Bauruine in Innenstadt von Grevenbroich : Der Abriss der Zille hat endlich begonnen

Seit Montag beseitigt ein Unternehmen die in Grevenbroich unbeliebte Ruine mit viel Handarbeit. Die SEG plant die Entwicklung des Gebiets am Steinweg mit Wohnungen, Läden und Gastronomie.

Darauf haben viele Grevenbroicher gewartet. Ruine der früheren Gaststätte „Zille“, um einen Schandfleck zu beseitigen: die Ruine der früheren Gaststätte „Zille“. Bis Ende August soll das marode Bauwerk dem Erdboden gleich gemacht werden. Anfang des Jahres hatte die Stadtentwicklungsgesellschaft Grevenbroich (SEG) die Immobilie erworben – nicht nur, um sie abreißen zu lassen. Kostenpflichtiger Inhalt Langfristig plant die SEG die Entwicklung des Straßenzugs am Steinweg mit einer Neubebauung mit Wohnungen, Läden und Gastronomie. Die SEG solle bei der Innenstadtgestaltung eine aktivere Rolle übernehmen, erklärte Bürgermeister Klaus Krützen beim Abriss-Start.

Vor 21 Jahren, 1999, schloss die Gaststätte „Zille“ für immer ihre Türen. Ein Bild der Verwüstung und des Verfalls bot am Montag das Innere. Der Boden ist mit Schutt übersät, Deckenlatten hängen herunter, im Obergeschoss liegen Barhocker und anderes umher. „So etwas sieht man nicht jeden Tag“, sagt Alexander Herzog vom Mönchengladbacher Abbruchunternehmen.

Doch der große Tresen hat überdauert, steht im hinteren Teil der früheren Gaststätte wie ein Fels inmitten der Zerstörung. „Das war hier eine In-Kneipe“, erinnert sich SEG-Prokurist Wilfried Wißdorf, der früher selbst dort zu Gast war. „Hierhin kamen Grevenbroicher etwa ab 18, 20 Jahren, aber auch ältere“. SEG-Geschäftsführerin Monika Stirken-Hohman weist auf die dunkelbraune Holzleiste an der Wand hin. „Dort wurden die Biergläser abgestellt.“

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Aus dem beliebten City-Treff wurde nach der Schließung mehr und mehr ein Ärgernis. Bürger und Politiker forderten den Abriss des sichtlich verfallenden Hauses. Dafür wurde der Weg frei, nachdem die SEG das Haus mit den zugemauerten Fenstern gekauft hatte. In den kommenden zwei Monaten haben Herzog und sein Team dort das Sagen. „Im ersten Obergeschoss werden wir wegen der Sicherheit erst einmal die Decke mit weiteren Stützen sichern“, kündigt er an.

Dann werde aufgeräumt und das Gebäude „von oben nach unten Schritt für Schritt abgebaut.“ Ein Statiker habe dafür ein Rückbau-Konzept erstellt. „Wir werden viel von Hand erledigen, vielleicht können wir bei einigen Arbeiten einen Minibagger einsetzen.“ Bei staubintensiven Arbeiten „werden wir mit einem Schlauch bewässern“, versichert Herzog. Nach dem Abbruch soll vor der entstandenen Lücke laut SEG kein einfacher Bretterzaun errichtet werden, sondern eine attraktivere Lösung – „etwa eine große Plane mit einer Darstellung, wie wir uns die Zukunft dort vorstellen“, sagt Wilfried Wißdorf. Die SEG stehe mit Eigentümern weiterer Grundstücke am Steinweg in Kontakt. Das Ziel ist, ein größeres Areal für eine Neubebauung zu gewinnen, denkbar ist laut Wißdorf der bis vor die Glaserei reichende Bereich.

Und vielleicht zieht in eine Neubebauung an der Straße auch wieder eine Gaststätte ein. Schließlich wurde der Steinweg vor einigen Jahren extra in die Fußgängerzone einbezogen, um die Möglichkeit für Außengastronomie zu bieten.