Grevenbroich: Das "Quäker-Quartier" soll Viertel in Elsen aufwerten.

Stadtentwicklung in Grevenbroich : „Quäker-Quartier“ soll Viertel in Elsen aufwerten

Der Baubeginn für das Wohngebiet ist noch nicht bekannt. Der Städtebauliche Vertrag wurde bereits unterzeichnet.

Eine wilde Wiese, viele Unebenheiten und jede Menge Müll: Das Gelände an der Ecke Rheydter-/Merkatorstraße liegt brach und verkommt. Früher stand dort das große Silo einer Schälmühle, das viele Jahrzehnte lang das Stadtbild prägte. Künftig sollen hier mehrere Häuser entstehen und das Viertel aufwerten. Das Bauvorhaben realisiert die Gebig Immobilien- und Projektgesellschaft aus Köln. Auf Wunsch des Investors soll das Gebiet zudem in „Quäker-Quartier“ umbenannt werden – und so einen Bezug zum historischen Mühlengebäude herstellen soll, das aktuell vielen Grevenbroichern als Reha-Zentrum bekannt ist.

Der Baubeginn ist zurzeit noch nicht terminiert. Die Planung liegt jedoch bereits in Gänze vor. Auf einer Fläche von 5200 Quadratmetern werden sieben Gebäude errichtet. Für die Randbebauung werden zwei Vier- und zwei Dreigeschoss-Bauten zur Merkator- und Rheydter Straße, sowie ein fünfgeschössiges Eckgebäude errichtet, das auch gewerblich genutzt wird. Im so beruhigten Innenbereich entstehen zwei einzelne, viergeschössige Stadtvillen. Insgesamt sollen 57 Wohnungen geschaffen werden.

Die Zufahrt zu den Gebäuden ist durch die zwei Straßen gewährleistet, die sie auch begrenzen. Die Stadtvillen sollen über die Rheydter Straße angebunden werden können. Oberirdische Parkmöglichkeiten gibt es auf der Merkatorstraße. Weitere 65 Stellplätze entstehen in der Tiefgarage (Einfahrt Merkatorstraße, Ausfahrt Rheydter Straße).

Nach Angaben der Stadt werde mit dem Bauleitplan das Ziel verfolgt, „ein attraktives Quartier zu entwickeln, das eine Mischung von Wohnen und Gewerbe ermöglicht und sich in die Nutzungs- und Bebauungsstruktur der Umgebung einfügt.“ Weiter erklärt die Stadt: „Die Planung korrespondiert mit dem Bestreben der Stadt Grevenbroich, eine den Anforderungen der demografischen Entwicklung entsprechende, gezielte und zukunftsfähige Innenentwicklung voranzutreiben.“ Das Gebiet liegt in der Nähe des Bahnhofs und der Stadtmitte.

Der Bauleitplan erfüllt alle Voraussetzungen, die für die Anwendung eines beschleunigten Verfahrens nach dem Baugesetzbuch gelten, unter anderem die „Wiedernutzbarmachung einer Brachfläche in Innenstadtlage“. Im beschleunigten Verfahren entfallen gewisse Prüfungen, Berichte und Erklärungen. Zudem sind keine Regelungen zum ökologischen Ausgleich zu treffen. Natur- und Umweltschutzbelange werden gleichwohl beschrieben, bewertet und berücksichtigt. So werden beispielsweise drei artspezifische Nisthilfen für ein Turmfalkenpaar, das an der Südfassade des Hauptgebäudes der angrenzenden Quäker-Mühle genistet hat, angebracht. Ferner werden pro Neubau drei Rastplätze für Fledermäuse in die jeweilige Gebäudefassade integriert.