Zwei Jahre Krieg in der Ukraine Das Leben nach der Flucht aus Charkiw

Mühlrath · Familie Lys aus Mühlrath hat vor zwei Jahren zehn Verwandte aus der umkämpften Stadt Charkiw zu sich geholt. Wie sich die Geflüchteten eingelebt haben.

 Die Familie Lys hat ihre ukrainischen Verwandten aufgenommen. Vor zwei Jahren waren sie aus der umkämpften Stadt Charkiw geflohen.

Die Familie Lys hat ihre ukrainischen Verwandten aufgenommen. Vor zwei Jahren waren sie aus der umkämpften Stadt Charkiw geflohen.

Foto: Dieter Staniek/Stan

Wir waren im Keller. Es gab keinen normalen Fußboden, sondern da war Dreck. Dort haben wir auf Brettern geschlafen”, erzählt der elfjährige Tymofii Tokar. Neben Flugzeuggeräuschen erinnert er sich an viel Staub. Zehn Tage lang harrten seine Mutter Katja und er in Charkiw aus, bevor sie sich zur Flucht nach Deutschland entschieden. Die ostukrainische Großstadt war 2022 eines der Hauptziele des russischen Überfalls und wurde mit Raketen und Streubomben angegriffen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass Krieg überhaupt möglich ist”, erzählt Irina Paraskevova, die den Kriegsbeginn ebenfalls in Charkiw mit ihrem Mann und zwei Töchtern miterlebte. Diese ersten Tage seien hart gewesen, es habe wenig Schlafplätze gegeben. „Ich hatte große Angst um meine Kinder.”