Grevenbroich: CDU will Kita am Hartmannweg umsiedeln

Vom Hartmannweg zum Flutgraben in Grevenbroich : Kita-Neubau auf altem Bauhof-Areal

Die Tagesstätte am Hartmannweg soll am Flutgraben neu gebaut werden. Das fordert die CDU nach ihrer Haushaltsklausur. Sie sieht darin auch Vorteile für den Offenen Ganztag der katholischen Grundschule St. Martin.

Das alte Bauhof-Gelände am Flutgraben liegt seit mehreren Jahren brach. Künftig soll es eine Kindertagesstätte beherbergen – das hat die CDU-Fraktion nach ihrer Haushaltsklausur vorgeschlagen. Konkret geht es um die Kita am Hartmannweg, die auf dem alten Areal der Wirtschaftsbetriebe eine neue Heimat finden soll.

„Diese Tagesstätte ist seit Jahren in einem maroden Zustand, eine Sanierung erscheint nicht sinnvoll“, sagt Fraktionschef Wolfgang Kaiser. Die CDU hat die Stadtverwaltung daher aufgefordert, das Bauhof-Gelände dahingehend zu überprüfen, ob es sich für den Bau einer Kita eignet. Aus Sicht der Union spreche alles für eine Umsiedlung auf diese Fläche, die sich im Besitz der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) befindet, sagt Kaiser. Seine Argumente: „Die Lage ist sehr zentral, das Umfeld mit den neuen und renovierten Gebäuden des Bauvereins hat sich seit Jahren verbessert, und auch die Nähe zu den Grünflächen ist eine gute Voraussetzung.“

Im Neubau einer Kita am Flutgraben – der schon im Landtagswahlkampf 2017 erstmals artikuliert wurde – sieht die CDU auch einen Vorteil für die Grundschule St. Martin an der Graf-Kessel-Straße. Das am Hartmannweg frei werdende Kita-Grundstück könnte für eine Erweiterung der Schule genutzt werden – insbesondere für die Gruppen der Offenen Ganztagsgrundschule (Ogata). Die Union hat die Stadt aufgefordert, für dieses Modell eine Machbarkeitsstudie zu entwickeln und die Kosten zu schätzen.

Die Kita-Versorgung im Stadtgebiet nahm einen großen Raum in den Etatberatungen der CDU ein. „Wenn wir die Familienfreundlichkeit im Leitbild der Stadt verankern wollen, müssen wir uns mit diesem Thema beschäftigen“, sagt Kaiser. Aus diesem Grund mache sich die Fraktion auch für den Umbau der Tagesstätte „Pusteblume“ in Kapellen stark, da sich abzeichne, „dass auch im nächsten Jahr wieder viele Kinder keinen Kita-Platz im Ort erhalten werden“. Mit Blick auf den noch nicht realisierten dritten Bauabschnitt des Neubaugebietes fordert die CDU zudem das Ausweisen und Sichern eines Grundstücks für eine weitere Tagesstätte in Kapellen. Gleiches gilt für Neukirchen: Im geplanten Neubaugebiet zwischen dem Lohweg und der Roseller Straße soll ebenfalls ein Kita-Grundstück „gebunkert“ werden.

„Bürgernähe und kurze Verwaltungswege sind ebenfalls wichtige Bausteine für eine familienfreundliche Stadt“, sagt Wolfgang Kaiser. Daher fordere seine Fraktion auch ein Familienbüro. „Dort könnten interne Fachkräfte etwa Fragen zu Betreuungsangeboten, zur Erziehung oder zum Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule beantworten. Aber auch über Freizeit-, Kultur- und Sportangebote könnte dort informiert werden“, sagt Kaiser. Nach Vorstellungen der CDU sollte das Familienbüro in den ehemaligen Räumen des Ausländeramtes im Erdgeschoss des Neuen Rathauses eingerichtet werden. „Eine Öffnung an zwei Wochentagen dürfte ausreichen“, meint der Fraktionschef.

Zudem will die CDU eine einkommensabhängige Beitragsstaffelung für die Offene Ganztagsgrundschule. „Wir möchten Eltern mit niedrigem Verdienst entlasten, ohne die mit höherem Einkommen über die Maßen zu belasten“, sagt Kaiser. Bislang zahlen alle beitragspflichtigen Eltern 74 Euro im Monat, eine Begrenzung der monatlichen Beiträge auf 100 Euro in der höchsten Stufe hält die CDU für vertretbar. Die Beitragsfreiheit soll auf auf ein Jahreseinkommen von 25.000 Euro festgesetzt werden.

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