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Grevenbroich: CDU kritisiert Informations-Politik zum Sportplatz in Neurath

Sportplatz-Umbau in Neurath : Die CDU kritisiert die Informations-Politik des Bürgermeisters

Die Union hat den Bürgermeister aufgefordert, die Kosten für den geplanten Sportplatz-Umbau in Neurath zu benennen. Fraktionschef Wolfgang Kaiser befürchtet, dass der Kostenrahmen von 3,2 Millionen Euro gesprengt werden könnte.

Voraussichtlich nach den Sommerferien soll mit dem Umbau der Neurather Sportanlage begonnen werden. Das vom Bund geförderte Projekt soll 3,2 Millionen Euro kosten, die Stadt muss einen Eigenanteil von 1,8 Millionen Euro stemmen. Doch sind diese Zahlen überhaupt noch aktuell? Die CDU ist skeptisch.

Denn: „Wie der Flurfunk aus dem Rathaus meldet, wird das Vorhaben wohl mehr als eine halbe Million Euro teurer“, sagt Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kaiser. „Das ist angeblich der derzeitige Stand der Kostenermittlung.“ Dass er sich vage ausdrücken muss, ärgert den Chef der größten Ratsfraktion. „Und zwar maßlos“, wie Kaiser ergänzt. „Denn es gibt zu diesem Projekt keinerlei Infos aus dem Rathaus, wir müssen uns mit Gerüchten begnügen – und das kann nicht sein.“ Die klare Ansage der Union an Bürgermeister Klaus Krützen: Butter bei die Fische.

Die CDU sei keinesfalls gegen den Umbau der Sportanlage an der Glück-Auf-Straße. „Von Anfang an haben wir lediglich die Kosten kritisiert, die wir als ,too much’ empfinden“, stellt Kaiser klar. Und er befürchtet eines: „Sollte das mit den 500.000 Euro stimmen, und davon gehe ich zurzeit aus, muss dieses Geld von der Stadt übernommen werden. Der Eigenanteil würde damit noch viel höher ausfallen.“

Wolfgang Kaiser sieht den Bürgermeister in der Pflicht, die Politik darüber zu informieren, ob in Sachen Neurath alles glatt läuft oder ob da tatsächlich etwas aus dem Ruder gelaufen ist. „Ich denke, wenn alles in Ordnung wäre, hätte Klaus Krützen das schon in einem seiner Facebook-Videos mitgeteilt“, schießt er auch als Vorsitzender des Planungsausschusses einen Pfeil in Richtung Rathausspitze ab.

Die Position der Union: „Wir wollen, dass der Umbau in Angriff genommen wird – aber zu den seinerzeit festgelegten Rahmenbedingungen.“ Dass die Kosten lediglich geschätzt statt berechnet wurden, sei der Union schon im Vorjahr sauer aufgestoßen. Notfalls müsse abgespeckt werden, sagt Kaiser. „Die Feuerwehr hat schließlich auch viele Dinge schlucken müssen, damit die neue Wache im Kostenrahmen blieb“, betont er.

Die Frage, ob der Umbau tatsächlich teurer wird, wird im Rathaus weder mit „Ja“ noch mit „Nein“ beantwortet. „Die Planung ist insgesamt noch nicht abgeschlossen. Wir wissen noch nicht genau, was das Ganze kosten wird“, so Stadtsprecher Stephan Renner auf Anfrage unserer Redaktion. Zwar gebe es Wasserstände, die zwischendurch genannt würden, doch die endgültigen Beträge für den Umbau des Sportplatzes in Neurath stünden noch nicht fest. Die Stadt gehe weiterhin von einem Eigenanteil von 1,8 Millionen und einem Zuschuss des Bundes von 1,4 Millionen Euro aus, das Geld sei im Haushalt vorgesehen, der aber noch nicht von der Finanzaufsicht genehmigt worden sei. Der vorgesehene Baustart im Sommer sei nach wie vor die Zielmarke, mit der Fertigstellung habe Grevenbroich einen Puffer von einem Jahr. Der Arbeiten müssten nicht 2022, sondern könnten auch 2023 abgeschlossen werden.

Nach den ursprünglichen Plänen soll zunächst mit der Renovierung des Sportplatzgebäudes begonnen werden, das auch eine Terrasse erhalten soll. Aus dem Lehrschwimmbecken sollen Umkleiden werden. Die alte Turnhalle soll erneuert, die Hausmeisterwohnung zu Geschäftszimmern umgebaut werden. Sind die Gebäude saniert, soll der Natur- in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Eine Tartanlaufbahn und eine Weitsprunganlage runden das Projekt ab.