Grevenbroich: Caspari investiert in Standort

Firma Caspari investiert weiter in Neurath : Sechs-Millionen-Invest in Palettenwerk

65.000 Quadratmeter Fläche, knapp 30 Mitarbeiter, eine Produktionslinie und tausende unterschiedliche Paletten: Die Firma Caspari ist in Grevenbroich angekommen. Am Standort Neurath soll weiter expandiert werden.

Seit mehr als 100 Jahren wird das Areal, auf dem RWE bis 2013 seine Pumpenwerkstatt betrieb, bereits von der Industrie genutzt. Jetzt hat die Caspari aus dem oberbergischen Waldbröl dem 65.000 Quadratmeter großen Areal neues Leben eingehaucht. Die Firma zählt zu den führenden Herstellern von Holzpaletten und hat in den vergangenen vier Jahren mehr als sechs Millionen Euro in den Standort Neurath investiert – mit Blick in die Zukunft: „Wir sind auf Expansion ausgerichtet“, betonen die beiden Geschäftsführer Jörg und Arnd Caspari, die das Familienunternehmen in zweiter Generation leiten.

Bei der Entscheidung für das Gelände an der Kaulener Straße spielte nicht nur die Größe, sondern auch die Nähe zum Neurather Kraftwerk sowie zu zahlreichen Großkunden aus der Region eine Rolle. Gemeinsam mit dem Architekten Krams, mit dem das Unternehmen auch für die beiden anderen Standorte in Waldbröl und Herne zusammenarbeitet, wurde dann geplant: Die große Werkstatt ist zu einem Teil abgerissen worden –  dem Unternehmen stehen danach aber immer noch 3700 von ursprünglich 4700 Hallen-Quadratmetern zur Verfügung. Dort läuft jetzt die Produktion der Spezialpaletten, die exakt den Anforderungen der Kunden entsprechend gefertigt werden. Derzeit sind etwa 30 Mitarbeiter – technische Maschinenbediener, Staplerfahrer, Elektriker und Schlosser – dort beschäftigt und stellen, unterstützt von Robotern, die Paletten im Schichtbetrieb her.„Wir haben unsere logistischen Abläufe optimiert und eine Anlage hergestellt, die auf dem modernsten Stand ist und leistungsfähiger als die in den anderen Werken. Von der Fläche her bewegen wir uns in einem ähnlichen Rahmen, aber hier haben wir eine Produktionslinie, die erweitert werden kann“, sagt Jörg Caspari.

Das für die Palettenherstellung erforderliche Holz wird bereits zugeschnitten geliefert und stammt aus Deutschland und Osteuropa. „Durch das aktuelle Waldsterben haben wir eine sehr gute Verfügbarkeit und versuchen, vorzugsweise heimisches Holz zu verarbeiten – in erster Linie Fichten, aber auch andere Nadelhölzer.“ In der Produktionshalle bringt ein Roboter die Holzlatten zuverlässig an den vorgesehenen Ort. Von dort aus legt ein Maschinenbediener sie in ein Spezialgerät ein, der Deckel wird genagelt und nach den weiteren Stationen, in denen etwa die Füße angebracht werden, kommt nach acht Sekunden – Störzeiten nicht einberechnet – eine fertige Palette heraus.

Vollautomatisch, fast ohne Handarbeit läuft die Produktion. „Denn die Anforderungen an Paletten sind inzwischen viel höher als früher. Deswegen müssen sie maschinell und genau gefertigt werden“, erklärt Arnd Caspari. Damit die fertigen Produkte austrocknen können, musste so etwas wie eine riesige Sauna auf dem Gelände errichtet werden. „In dieser Kammer herrscht eine Temperatur von 80 Grad Celsius“, berichtet Arnd Caspari. „Damit sind wir in der Lage, innerhalb von 24 Stunden etwa 1000 Paletten zu trocken. Jedem Exemplar werden in dieser Zeit etwa neun Liter Wasser entzogen.“

Beheizt wird das Gebäude mit Fernwärme aus dem nahe gelegenen Neurather Kraftwerk. 500.000 Paletten werden an allen drei Standorten auf Lager vorgehalten, sechs Millionen Paletten werden pro Jahr von Caspari verkauft.

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