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Grevenbroich: Café Oelgasse serviert selbstgekochte Speisen

Angebot der St.-Augustinus-Gruppe : Im „Netzwerk Oelgasse“ werden selbstgekochte Speisen serviert

Das Team des kleinen Grevenbroicher Cafés nimmt nach den Corona-Beschränkungen seinen Betrieb wieder fast vollständig auf und hofft auf Besucher. Was bei dem Inklusions-Projekt geboten wird.

Es wirkt wie ein kleines, unscheinbares Café in einer Nebenstraße. Doch das Konzept dahinter ist ein ganz Besonderes: Das Netzwerk Oelgasse der St.-Augustinus-Gruppe ist kein Geheimtipp mehr. Serviert werden selbstgekochte Speisen von Menschen mit Behinderung. „Wir sprechen nicht nur von Inklusion, wir leben sie“, sagt Jennifer Roszak, Leiterin des Cafés. Gleichzeitig stehen die Themen Gemeinschaft und Nachhaltigkeit hoch im Kurs. Nach längerer Pause durch die Auswirkungen der Pandemie hat die Einrichtung ihre Arbeit inzwischen wieder fast vollständig aufgenommen.

Gekonnt serviert Michael Gerbert eine Tasse Kaffee auf einem Tablett. Der 59-Jährige ist froh, dass er trotz seiner Behinderung eine Beschäftigung gefunden hat, die ihm Spaß macht. „Was mir hier am meisten gefällt, ist das Miteinander“, sagt er. Damit spricht er ein besonderes Merkmal des Cafés an. Denn dort finden Menschen zusammen, die sich nach sozialen Kontakten sehnen: Alleinstehende, Witwen, Hinzugezogene. So wie Angelika Faust, die das Netzwerk mindestens zweimal in der Woche besucht und dort schon die eine oder andere Freundschaft knüpfen konnte. „Das Café hat mir gefehlt“, sagt die 62-Jährige über die schwere Zeit der Lockdowns.

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Aufgrund der Corona-Beschränkungen hatte sich der Betrieb mehrere Monate mit einem To-Go-Angebot über Wasser gehalten. Die Stammgäste kamen mit Vorratsdosen, um ein warmes und günstiges Mittagessen oder Kuchen abzuholen. Liebgewonnene Angebote wie Klangschalen-Entspannung oder handwerkliche Beschäftigungen fielen allerdings weg. „Die erste Zeit im Lockdown war hart, aber wir haben das Beste daraus gemacht“, sagt Leiterin Jennifer Roszak. Sie freut sich, dass der Betrieb nun wieder anläuft. Der Mittagstisch, zu dem sich Interessierte immer mittwochs zu zwei verschiedenen Zeiten anmelden können, ist beliebt – ebenso wie das Frühstück am Samstag.

Die Preise sollen auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel ermöglichen, dort zu essen. Zubereitet werden die warmen Speisen vom ehrenamtlichen Koch Stefan Lohel. Der 55-Jährige war zuvor Besucher des Netzwerks, weil er dort nach dem Tod seiner Mutter Gesellschaft suchte. „Dann fügte sich das eine zum anderen“, sagt der Grevenbroicher. Er plant und kocht die Mittagsgerichte nicht nur, er bringt auch manchmal die Zutaten mit. Denn der Ehrenamtler ist auch bei der Grevenbroicher Tafel engagiert und verwertet er dort übrig gebliebenen Nahrungsmittel. „Die Lebensmittel sind natürlich frisch und in einwandfreiem Zustand.“

Der Koch und das Team des Cafés freuen sich zwar, dass das Netzwerk mit den 3G-Regeln geöffnet bleiben kann – sie wünschen sich aber wieder mehr Besuch.

(NGZ)