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Grevenbroich: Bunter Bilder-Mix fürs Krankenhaus

Kunst in Grevenbroich : Bunter Bilder-Mix fürs Krankenhaus

Künstlerin Gabriele Kreutzer stellt bis Februar ihre Arbeiten im „Elisabeth“ aus. Die Bilder können zurzeit allerdings nur von Patienten und Mitarbeitern der Klinik betrachtet werden.

Sie sind ein eingespieltes Team, das ist bereits beim Aufbau der Ausstellung im Grevenbroicher Elisabeth-Krankenhaus zu spüren. Da sitzt jeder Handgriff, als Gabriele Kreutzer mit Hilfe von Ehemann Rainer ihre aktuellen Gemälde arrangiert. Kein Wunder, denn die 56-Jährige aus Worringen hat viel Ausstellungserfahrung, durfte ihre Werke bereits im Kölner Schokoladenmuseum präsentieren, zeigte sie sogar schon in den Niederlanden und Spanien. Trotzdem sagt sie über die Halle im Krankenhaus: „Von so einem wunderschönen Ausstellungsraum träume ich sonst.“ Auch wenn zur Zeit wegen der Corona-Beschränkungen ausschließlich Patienten und Mitarbeiter die Bilder betrachten können.

Die gut zwei Dutzend Gemälde, die voraussichtlich noch bis Ende Februar im „Elisabeth“ hängen, beweisen eine beeindruckende Bandbreite, was Thematik und Stilrichtung angeht. Da sind Gesellschafts-Szenen aus den 1920er Jahren in Sepia-Tönen oder farbkräftige Blumenmotive, die sich bis über den Rahmen fortsetzen. Zum fröhlichen Comic-Paar Donald und Daisy Duck haben ihre Enkel – gleich fünf hat die Künstlerin bereits – sie inspiriert. 

Einige der Gemälde sind eigens für die Ausstellung im Elisabeth-Krankenhaus entstanden, so das mit „Grevenbroich“ betitelte Bild im Stil einer Werbegrafik mit Skyline der Schloss-Stadt. Augenzwinkernd: die modebewusste Biene (Titel: „Shopping-Queen“), die bereits einen Käufer fand, der sie als Weihnachtsgeschenk erworben hat. Bei der Preisgestaltung bleibt Gabriele Kreutzer bescheiden, der Erlös ist für einen guten Zweck bestimmt: „Ich behalte nur die Materialkosten, alles andere geht an unseren evangelischen Pfarrer in Worringen. Der weiß schon, wer es da nötig braucht“, sagt die gelernte Erzieherin, die vor acht Jahren damit begann, sich künstlerisch auszudrücken. Damals hatte sie gleich mehrere Schicksalsschläge zu verarbeiten.

Das Zeichnen und Malen half. Pinsel verwendet Kreutzer übrigens selten, gerne malt sie im Speed-Painting-Verfahren. Mit Spachtel und Finger, dem Unterarm als Palette, entstehen so manchmal – „wenn’s mich packt“ – ganze Bilder innerhalb von einer halben Stunde, etwa bei Konzerten. Auftragsarbeiten nimmt sie selten an, malt lieber, was sie im Moment bewegt.

Etwa Naturmotive: Steine, Bäume, Landschaften, Blumen, Herbst und Winter. Manchmal greift sie dabei auch auf Fotografien ihres Mannes zurück, die sie als Grundlage für den Farbauftrag verwendet. Bei aller Vielseitigkeit ist für Gabriele Kreutzer eins klar: „Ich male ausnahmslos gegenständlich. Abstrakt kann ich nicht.“