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Grevenbroich: Bürgerschützen haben einen neuen Kronprinzen

Grevenbroich : Dieter Minkenberg ist neuer Kronprinz

Grevenbroicher Bürgerschützen ermitteln ihren Thronfolger. Erster Jungkönig ist wird Julian Flintz.

Die Böllerschüsse kündigten es an: Dieter Minkenberg wird neuer König des Bürgerschützenvereins (BSV) Grevenbroich. Im Wettkampf mit seinen Mitbewerbern Michael Fräsdorf und Holger Holzgräber konnte sich der 61-Jährige durchsetzen und den bereits arg lädierten Vogel von der Stange fegen. Unbändig war die Freude der vielen Zuschauer, die den Königskrimi am Samstag bis kurz vor 21 Uhr live mitverfolgten. Der Kronprinz selbst konnte es kaum glauben, musste nach dem letzten Schuss erst einmal wieder zu Atem kommen.

„Jetzt bin ich ebenso erleichtert, wie ich zuvor nervös und angespannt war“, sagte Minkenberg, der in Neuss-Norf eine Fahrschule betreibt. „Es war mein großer Wunsch, einmal den BSV zu regieren – aber eigentlich erst in drei Jahren. Dass es heute soweit sein würde, wusste ich gestern noch nicht.“ Als ehemaliger Adjutant von Ex-König Barthel Velder kennt Minkenberg die Termine, hat das Fest bereits aus einer anderen Perspektive miterlebt. Als Mitbegründer des noch jungen Grenadierzuges „Erftschwalben“ war Dieter Minkenberg kurz auf Abwegen als Mitglied in Elsen, bis er die Klompen ablegte. „Er feiert Schützenfest nicht nur mit Leidenschaft, sondern mit Schmackes“, sagte BSV-Vizepräsident Victor Göbbels im Anschluss im Zelt. „Mal sehen, wie lange es jetzt mit der Königin dauert“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Und noch jemand stand am Samstag im Mittelpunkt: Zum ersten Mal ermittelte der BSV Grevenbroich neben dem Edelknaben-, dem Mini- und dem großen König auch einen Jungkönig. „Das ist eine Respektsbekundung unseren jungen Schützen gegenüber“, sagte BSV-Sprecher Peter Eysen. „Sie haben diesen Wunsch geäußert, dem wir gerne nachkommen. Immerhin haben wir das große Glück, unheimlich viel Nachwuchs zu haben.“ Viele junge Schützen begaben sich so an das Gewehr, um den Vogel abzuschießen.

Gelungen ist es schließlich Julian Flintz, der nach dem 38. Schuss aus dem Jubeln gar nicht mehr herauskam. Damit schreibt er Geschichte im BSV. „Ich kann es noch gar nicht realisieren“, sagte der 18-Jährige. Als passionierter Fackelbauer zählt er zu den Jüngsten im Jägerzug „St. Sebastian“ und ist der Stiefsohn von Barthel Velder, der 2013/14 König war. Ebenso wie Velder leben auch Dieter Minkenberg und Julian Flintz auf Gut Heyderhof. Julian Flintz macht derzeit eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker, in seiner Freizeit spielt gerne Tennis.

Auch beim Pfänderschießen war die Beteiligung hoch. Den Kopf sicherte sich Manfred Dörenkamp vom Zug „Noh’besch Jonge“, den rechten Flügel schoss Marc Krückener vom Zug „Feucht-Fröhlich“, den linken Flügel Lars Wosnitza von „St. Sebastian“ ab. Den Schweif holte Kai Dörring von den Scheibenschützen runter.