Grevenbroich: Bruno Robeck geht für ein Jahr freiwillig ins Kloster

Teilnehmer aus Grevenbroich : Bruno Robeck geht für ein Jahr freiwillig ins Kloster

Das Zisterzienserkloster Langwaden beteiligt sich an einer Aktion, die am Donnerstag bundesweit startet. Mitinitiator des Projekts ist Prior Bruno Robeck.

Die Deutsche Ordensobern-Konferenz (DOK) startet am Donnerstag mit dem „Freiwilligen Ordensjahr“. Hinter diesem Titel steht ein Projekt, in dem Frauen und Männer für maximal zwölf Monate in das Klosterleben eintauchen können, um den Alltag von Schwestern und Brüdern mit all seinen Facetten kennenzulernen. Maßgeblich beteiligt ist Bruno Robeck, Prior des Zisterzienserklosters Langwaden und Vizevorsitzender der DOK. „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt der 50-Jährige. Gemeinsam mit der Ordensschwester Maria Stadler koordiniert er die bundesweite Aktion.

Langwaden ist eines von 23 Klöstern in Deutschland, das sich am „Freiwilligen Ordensjahr“ beteiligt. „Das Projekt richtet sich an verschiedene Altersgruppen“, sagt Bruno Robeck. Angesprochen sind etwa jüngere Menschen, die sich nach dem Schulabschluss, dem Studium oder der Ausbildung über den nächsten Schritt auf ihrem Lebensweg klar werden möchten. „Aber auch für diejenigen, die schon einige Jahre im Berufsleben stehen und ihren Alltag reflektieren wollen, könnte das ,Freiwillige Ordensjahr’ interessant sein“, sagt der Prior. Und nicht zuletzt könne das Projekt auch denen etwas geben, die sich bereits im Ruhestand befinden.

Prior Bruno ist maßgeblich am bundesweiten Projekt beteiligt. Foto: Zimmermann

Der Zeitraum, in dem Interessierte das Klosterleben teilen können, ist in seinen Grenzen flexibel. Das „Freiwillige Ordensjahr“ kann zwischen drei und zwölf Monaten dauern. „In dieser Zeit leben die Männer oder Frauen in einem Kloster mit, sie beten und arbeiten mit den Schwestern oder Brüdern“, schildert Bruno Robeck.

Die acht Langwadener Zisterzienser beteiligen sich an dem Projekt, um „Suchenden“ die Möglichkeit zu geben, das Leben der Mönche kennenzulernen. „Wir öffnen unsere Gemeinschaft und geben damit die Gelegenheit, in eine besondere Art des Gebetes einzutauchen“, betont der Prior. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an der sozialen Arbeit der Klosterbrüder teilzunehmen. Etwa in den verschiedenen Wohnprojekten, die für Männer in schwierigen Situationen angeboten werden. 

Hinter der Aktion stünden keine „Langzeit-Exerzitien“, erst recht sei sie kein Weg zur Bewältigung von Problemen, die einer psychotherapeutischen Begleitung bedürfen, sagt der Prior. „Das ,Freiwillige Ordensjahr’ ist etwas ganz Neues in der kirchlichen Landschaft: Ein Angebot, sich zusammen mit Christen, die ihren Glauben in einer besonderen Form leben, gemeinsam auf den Weg zu machen und ihr Leben eine Zeitlang zu teilen.“ Und letztlich könnten sich beide Seiten gegenseitig bereichern. „Denn für uns ist das auch ein Weg, um auf Tuchfühlung mit dem ,normalen’ Leben zu gehen, um uns kritisch hinterfragen zu lassen“, betont der Pater.

Interessierte können sich ab sofort für das „Freiwillige Ordensjahr“ bewerben. Die Deutsche Ordensobernkonferenz hat dafür eine Homepage eingerichtet, die unter www.ordensjahr.de zu finden ist.

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