Grevenbroich: Bis zu 25 Palmen im Hausgarten

Ferienstimmung in Grevenbroich : Diese Pflanzen blühen bei Hitze erst richtig auf

Wenn andere Bäume ihre Blätter lassen, laufen ihre Pflanzen zur Hochform auf: In den Gärten von Walter Schumacher, Ingrid Guller und Guido Winzen wachsen zum Teil 25 Palmen, denen die Hitze kaum etwas ausmacht.

Während gewöhnliche Gartenpflanzen derzeit ohne die tägliche Ladung Wasser nicht überleben würden, wachsen und gedeihen Palmen gerade bei hohen Temperaturen. Das freut Guido Winzen, Walter Schumacher und Ingrid Guller – die haben ihre Gärten in echte Palmen-Paradiese verwandelt.

24 Palmen – wer in dem 140 Quadratmeter großen Garten von Guido Winzen steht, glaubt er sei am Mittelmeer. Tatsächlich befindet sich diese Erholungsoase aber am Fuchsberg in Jüchen. „Meine erste Palme habe ich 2009 gekauft“, sagt der 49-Jährige. Ein widerstandsfähiges Modell musste es sein, das auch tapfer den Winter im darauffolgenden Jahr mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad meisterte. Unfreiwillig wurde Winzen schließlich zum Palmenzüchter: Durch Zufall setzte er eine männliche und eine weibliche Pflanze nebeneinander, durch den Wind oder die Bienen wurden sie bestäubt – es entstanden ungefähr 20.000 Samen. Aus 500 eingepflanzten Samen wuchsen schließlich 450 Sprösslinge, vier pflanzte er in die Erde. „Nach zwei Jahren sind die Pflanzen heute bis zu 40 Zentimeter groß“, sagt Winzen.

In seinem mediterranen Garten in Elsen hat Walter Schumacher einen Mandel- und einen Feigenbaum sowie zwei Hanfpalmen. Foto: RP/Dieter Staniek

Bei den aktuell tropischen Temperaturen fühlen sich die Palmen besonders wohl, sagt Ingrid Guller. „Die Blätter wachsen deutlich schneller. In vier bis fünf Wochen kommen sehr viele neue Fächer“, berichtet die 50-Jährige, während sie eine der 25 Palmen in ihrem Garten in Neuenhausen betrachtet. Ein Fächer bestehe immer aus drei Blättern. Normalerweise bekomme eine Pflanze im ganzen Sommer nur einen neuen Fächer. Während ihre Hortensien jeden Tag Wasser benötigen, bekommen die Palmen nur alle drei Tage zusätzliche Flüssigkeit. „Von groß bis klein sind die Palmen sehr pflegeleicht“, sagt Guller. Die größte Palme in ihrem Garten misst drei Meter.

Ingrid Guller kann als Selbständige auch während der Arbeitszeit im heimischen Garten in Neuenhausen richtig Urlaub tanken. Foto: Dieter Staniek

Walter Schumacher hatte in mehr als 30 Jahren Gartenpflege auch schon einen Mammutbaum in seiner Obhut. „Den musste ich dann aber absägen, weil er zu groß wurde und die Nachbarn Angst hatten, er würde auf ihr Haus fallen“, sagt der 72-Jährige. Mittlerweile hat er viele mediterrane Pflanzen in seinem Garten in Elsen, darunter zwei Hanfpalmen. „Die erste habe ich vor drei Jahren als Jungpflanze gesetzt.“ Am Anfang müsse man die Wurzeln mit Stroh vor dem Frost schützen, da diese am empfindlichsten sind. Mittlerweile haben sich die Palmen an das Klima gewöhnt, so wie auch der Mandel- und der Feigenbaum in seinem Garten. „Die mediterranen Pflanzen machen viel weniger Arbeit als ein großer Rasen“, sagt Schumacher. Denn sie würden auch verhindern, dass Unkraut wachse. Am wichtigsten sei aber: „Mit den Pflanzen bringt man auch ein bisschen Urlaubsstimmung nach Hause.“

Mehr von RP ONLINE