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Grevenbroich: Beuys-Köpfe in der Kasse und eine Hommage an "Hambi"

Kultur in Grevenbroich : Beuys-Köpfe in der Kasse und eine Hommage an „Hambi“

Gleich vier Künstler stellen ihre Werke in der Produzentengalerie Judith Dielämmer aus. Unter den Arbeiten ist auch politische Kunst zu sehen, die sich mit dem Hambacher Forst auseinandersetzt.

In der Galerie Judith Dielämmer ist jetzt eine weitere interessante Ausstellung eröffnet worden. Von den vier Künstlerinnen beziehungsweise Künstlern ist nur die Fotografin Hanne Horn Mitglied der Produzentengalerie. Die Gäste heißen Bernhard Kucken (Bildhauerei), Gisela Happe (Malerei, Fotografie) und Heiner Geisbe (Malerei).

Heiner Geisbe zeigt einige kleinere, aber auch sehr großformatige Bilder. Zumindest vordergründig geht es immer um die Natur. Eines der großen Bilder ist direkt gegenüber der Eingangstür platziert worden. Der Betrachter ist fast ein wenig überfordert angesichts der Fülle der Bildinhalte. Rätselhafte Pflanzen scheinen da zu wuchern, wie man es in der Realität so kaum zu sehen bekommt. Vor allem durch vertikale Linien scheinen die Bilder so etwas wie ein Gerüst bekommen zu haben.

Bernhard Kucken ist ein Bildhauer, der ebenfalls vor keinem Format zurückschreckt: Da sind die wenige Zentimeter großen Beuys-Köpfe aus Bronze und die rund zwei Meter hohe Skulptur von Maria mit ihrem Kind im Arm. Kucken bespielt auch die Auslage in dem ehemaligen Schmuckgeschäft Am Markt 16. Die Beuys-Köpfe scheinen eine gute Währung zu sein – sie liegen in einer alten Registrierkasse dort. Die große Skulptur steht stellvertretend für die vielen Mütter, die sich mit ihren Kindern auf eine lebensgefährliche Flucht begeben haben. Sie ist so etwas wie ein Mahnmal, mit dem der Künstler die Erinnerung an solche Schicksale wachhalten möchte.

  • v.l. Janne Gronen, Dagmar Reichel, Klaus
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  • Werner Franzen (r.) von der Künstler-Galerie
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  • Marion Müller-Schroll (l.) und Corinna Bernshausen
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 Hanne Horn zeigt unter anderem Fotoplastiken. Und sie kombiniert gerne Fotografien mit zeitgenössischen Texten. Sie arbeitet auch vielschichtig, wobei sie untere Schichten partiell mit Kunstharzlack sichtbar macht. Ihre Hommage an den Hambacher Forst ist nicht das einzige Diptychon: Links der bedrohte Forst, rechts eine junge Frau, die frech ihre Zunge rausstreckt, so als wolle sie sagen: „Ätsch, mein Haus kriegt ihr vom RWE nicht.“ Das ist politische Kunst. Das gilt auch für das Foto von der A 46, auf der die Trasse zu sehen ist, die dem Braunkohletagebau weichen musste.

Gisela Happe kombiniert Fotografie mit Malerei. Ihre Werke sind in der Regel Dreiteiler, wobei das Fotos stets in der Mitte ist. Ihre Lieblingsmotiv ist die Natur, hier vor allem Wasser, das erkennbar in Bewegung ist. Sie versteht es, die drei Elemente, so unterschiedlich sie sind, zu einem heterogen und trotzdem stimmigen Ganzen zusammenzufügen.

Die Ausstellung ist noch am Freitag und Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 16 Uhr zu sehen.