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Grevenbroich: Betreuungssituation in Kita ruft Sondersitzung des JHA auf den Plan

Jugendhilfeausschuss in Grevenbroich : Keine sofortigen Ergebnisse nach Kita-Sitzung

Auch Bürgermeister Klaus Krützen sowie Personaldezernent Claus Ropertz und zwei Mitarbeiterinnen des Landesjugendamts nahmen daran teil.

Hier fehlen Plätze, da das Personal: Wer in der Schlossstadt auf Betreuungsmöglichkeiten für Kinder angewiesen ist, hat derzeit bloß mittelgute Karten. Weil die Personalsituation in Kitas angespannt ist, weshalb beispielsweise in der städtischen Einrichtung „Sonnenland“ sowie im nicht-städtischen Deutschordens-Kindergarten Öffnungszeiten reduziert werden mussten, tagte jetzt der Jugendhilfeausschuss (JHA) auf Antrag des Jugendamtselternbeirats (JAEB) in einer Sondersitzung. Auch Bürgermeister Klaus Krützen sowie Personaldezernent Claus Ropertz und zwei Mitarbeiterinnen des Landesjugendamts nahmen daran teil.

„Aus Sicht der Eltern war es enttäuschend“, fasst Christian Philippy zusammen. „Ja, die Verwaltung hat sich bemüht“, aber auf konkrete Fragen zu kurzfristigen Maßnahmen, wie die angespannte Personalsituation in Kitas entzerrt werden könnte, habe die Stadt „nicht wirklich Stellung genommen“. „Da kam nicht viel Neues“, ergänzt Rebecca Siebert, ebenfalls im JAEB. „Natürlich sind der Stadt ab einem gewissen Punkt die Hände gebunden“, wissen beide. Aber Job-Portale in Nachbarkommunen „funktionieren offensichtlich besser als bei uns“, heißt es zum Suchen und Finden weiterer Kita-Erzieher.

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Stadt und Verwaltung „sehen das Problem“, erklärt Rathaussprecher Stephan Renner. Müssen Kitas wegen Personalausfalls ihre Öffnungszeiten reduzieren, sei das ein „Zustand, der so nicht tragbar ist“. Allerdings gäbe es „keine Wunderkonzepte“, leider. „Wir bleiben kontinuierlich dran“, führt Renner aus. Ein Verbesserung des Personalschlüssels müsse per Fachkräfteoffensive bei Bund und Land ergriffen werden. Denn die Betreuungssituation ist nicht nur in Grevenbroich ausbaufähig, das Problem besteht landesweit. „Kommune und Land arbeiten Hand in Hand“, verwies Stephan Renner dabei auch auf JHA-Vorsitzende Heike Troles, die als Landtagsabgeordnete nochmals das Gespräch mit Andreas Bothe, Staatssekretär im Ministerium für Kinder und Familie, sucht.

Als ein erster Schritt zu Auskömmlichkeit und Qualitätsverbesserung hat die Landesregierung jetzt den „Pakt für Familien“ geschlossen: Ab dem Kita-Jahr 2020/21 sollen mehr als 1,3 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in die Kindertagesbetreuung investiert werden.