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Grevenbroich: Bauindustrie wirbt an Gesamtschule für Ausbildungsberufe

Schulen in Grevenbroich : Bauindustrie wirbt an Gesamtschule für Ausbildungsberufe

Der „Baubus“ des Verbandes der Bauindustrie hielt jetzt zwei Tage an der Wilhelm-von Humboldt-Gesamtschule. Dabei lernten die Schüler 20 Ausbildungsberufe in der Bauindustrie kennen.

„Vor Corona fuhr tatsächlich ein Bus an den Schulen vorbei. Das ging allerdings aus Gründen des Abstandhaltens nicht mehr“, sagt Gregor Patora vom Verband der Bauindustrie. So wurde das Angebot etwas geändert, die Berufsberatung fand nicht auf Rädern, sondern in der Mensa der Gesamtschule statt. Insgesamt kamen 72 Schüler, um sich dort über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Dabei stellte Patora unterschiedliche Karrierewege vor, die auch ohne Abitur und Studium möglich sind.

„Wichtig ist es, sich erst einmal ein Bild von den möglichen Berufen zu machen“, stellte Patora klar. Unter bau-dein-ding.de und der Eingabe der Postleitzahl finden Schüler Betriebe in der Nähe, die Ausbildungsplätze oder Praktika anbieten. „Das wird für euch im nächsten Schuljahr ganz konkret, wenn nach den Herbstferien das dreiwöchige Betriebspraktikum ansteht“, erklärte Ina Coh, die an der Gesamtschule für die Berufsberatung zuständig ist.

Nach der Theorie ging’s praktisch weiter. Eine Gruppe hatte die Aufgabe, das Volumen einer Baubox auszurechnen. Als Fun-Faktor wurde der fiktive Bungee-Sprung aus 70 Metern Höhe angeboten, den Mehmethan (13) und Lukas (13) in der Baubox nachempfinden konnten. Eine andere Gruppe berechnete den Grundriss eines Hauses. Die Schülerinnen Meryem (14), Heviar (15) und Ferah (13) zeigten Interesse am Bau einer fiktiven Brücke auf der Empore der Mensa.

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„Zu unserem Verband gehören in NRW 200 Unternehmen – und der Nachwuchs ist uns allen wichtig“, erklärt Gregor Patora. Gesucht werden junge Leute, die gerne mit den Händen arbeiten – etwa als Tief- oder Stahlbetonbauer, als Bauzeichner oder Mechatroniker.

„Die Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule ist in Sachen Berufsberatung sehr gut aufgestellt“, sagt Ina Coh. Sie unterrichtet Hauswirtschaft, Englisch und Biologie und weiß, dass sich die Berufsberatung nicht auf ein Fach begrenzt. Mit Daniel Titgens kümmert sich ein Kollege hauptsächlich um den Übergang von Schule zum Ausbildungsberuf.

„Wir freuen uns über jedes Kind, das eine Ausbildung beginnt“, berichtet die Lehrerin. Dem stimmt auch Gregor Patora zu: „Ich gehöre zu den vielen Leuten, die in zehn Jahren in Rente gehen. In der Bauindustrie fehlt der Nachwuchs. Da ist es sehr wichtig, dass wir in die Schulen gehen, um auf die Ausbildungsberufe aufmerksam zu machen“.